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Oh Sire, Erbarmen! Ich kann mich nicht au
den König von Dänemark vermählen!
Sie können nicht? rief der König. Was bedeu⸗ tet das? e
Das bedeutet, daß ich geſchworen habe, niemals eines Andern Weib zu werden, als das Weib deſſen, den ich liebe. Das bedeutet, daß ich geſchworen habe, unvermählt zu ſterben, wenn ich nicht mit meinem Geliebten vor den Altar treten kann.
Sie werden dieſen thörichten Schwur nicht erfül⸗ len können, rief der König drohend. Sie werden ſich vermählen, ich der König befehle es Ihnen.
Thun Sie es nicht, mein Bruder, rief Amalie ſtolz, befehlen Sie nicht, denn Sie ſtehen hier an den äußerſten Grenzen Ihrer Macht, und Sie könnten leicht erfahren, daß auch ein König ohnmächtig iſt dem feſten Menſchenwillen gegenüber.
Ah, Sie wollen mir drohen?.
Nein, ich will nur zu Ihnen bitten, nur zu Ihrem Herzen flehen um Erbarmen! Oh, mein König und mein Bruder, haben Sie Mitleid. Ich umklammere Ihre Kniee, und ich bete zu Ihnen, wie man zu Gott betet: Erbarme Dich meiner Qual, lindere meine Schmerzen! Ich bin ein armes, ſchwaches Weib, er⸗ barme Dich! Mein Herz blutet aus tauſend Wun⸗ den, tröſte es. Ich bin einſam und allein, verlaſſen von allen Menſchen, ſei Du mit mir und ſchütze mich.
O, mein Bruder, mein Bruder, es iſt mein Leben,
meine Jugend, meine Zukunft, welche zu Dir fleht: Erbarmen, Gnade! Treibe mich nicht auf das Aeu⸗ ßerſte: Sei gnädig, wie es Gott iſt. Zwinge mich nicht zu einer Empörung gegen Gott, gegen die Na⸗ tur und gegen meine eigene Menſchenwürde. Laſſen
Sie mich nicht eine unnatürliche Tochter, eine un⸗
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