Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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bin, daß ich ſtets meinem Schickſal gedankt habe, auf einem Thron, und nicht in einer Hütte geboren zu ſein. Denn, meine Schweſter, ein erhabenes Unglück iſt immer beſſer und herrlicher, als ein kleines und gemeines Glück, und das Haupt voll Wunden zu ha⸗ ben, weil die Krone zu ſchwer auf unſern Scheitel preßt, iſt immer noch ein glänzenderes Loos, als un⸗ ter den ſchmutzigen Füßen der Gemeinheit und All⸗ täglichkeit ſein Leiben auszuhauchen, um in ein dunk⸗ les und unbekanntes Grab zu ſinken. Gott, welcher uns vielleicht die Liebe verſagte, er gab uns dafür den Ruhm, und wenn wir das Glück nicht beſitzen, ſo beſitzen wir dafür die Macht.

Ach, mein Bruder, rief Amalie ſchmerzlich, das ſind die Anſichten eines Königs und eines Mannes. Ich bin nur ein armes ſchwaches Weib, und für mich giebt es keinen Ruhm und keine Macht.

Auch Iſabella von Spanien, auch Eliſabeth von England waren nur Weiber, und doch leuchtet ihr Ruhm durch Jahrhunderte! 1

Aber ſie waren ſelbſtſtändige Königinnen, während ich niemals etwas Anderes ſein kann, als die Ge⸗ mahlin eines Königs. Oh, mein Bruder, laſſen Sie mich niemals etwas Anderes ſein, als die Schweſter eines Königs. Wollen Sie an meinem Schickſal nichts ändern und wechſeln, möge Alles bleiben wie es iſt. Das iſt Alles, was ich heute noch erflehen will. Ich

habe ja mein Herz getödtet und jedem Wunſche ent⸗

ſagt, laſſen Sie es damit genug ſein, mein Bruder, fordern Sie nicht das Uebermenſchliche von mir.

Der König ſprang empor, und ſeine Augen glüh⸗ ten jetzt im Feuer des Zorns. Es iſt alſo Alles ver⸗ geblich, ſagte er mit gewaltiger Stimme. Sie wollen weder der Bitte, noch der Vernunft Gehör geben?

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