Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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Stirn verfinſterte ſich. Aber er bezwang ſeinen Un⸗ muth ſchnell, und näherte ſich ſeiner Schweſter mit einem gütigen Lächeln, um ſie ſanft aufzurichten und zu dem Divan zu führen.

Kommen Sie, Amalie, ſagte er. Es ziemt Ihnen nicht, vor einem Menſchen auf den Knieen zu liegen, nur vor Gott dürfen Sie knieen. Setzen wir uns hieher, und nun laſſen Sie uns miteinander ſprechen, wie es zwei Geſchwiſtern geziemt, welche ſich lieben und ſich verſtändigen wollen.

Ich bin zu Allem bereit, ich werde mich in Alles fügen, murmelte Amalie, nur ſein Sie gnädig, nur zwingen Sie mich nicht, mich an Dänemark zu ver⸗ heirathen..

Ah, ſehen Sie nur, wie richtig Sie, obwohl Sie mir widerſtreben, Ihre Stellung begriffen haben, ſagte der König milde. Sie ſprechen von Ihrer Verheira⸗ thung an Dänemark. Ihre ganze erhabene und große Beſtimmung ruht in dieſem Wort. Eine Prinzeſſin, wenn ſie ſich vermählt, heirathet nicht einen Mann, ſondern ein ganzes Volk, und nicht einen Mann, ſon⸗ dern ein ganzes Volk ſoll ſie glücklich machen. Da ſind die Weinenden, deren Thränen ſie trocknen, die Armen, deren Hunger ſie ſtillen, die Unglücklichen, denen ſie Hülfe bringen, die Kranken, mit denen ſie beten ſoll. Da iſt ein ganzes Volk, welches ihr ent⸗ gegenjauchzt, welches ſeine Hände zu ihr ausſtreckt, und zu ihr um das fleht, mit welchem Gott auch das Herz einer Königin geſegnet hat, weil ſie ein Weib iſt,— um Liebe. Oh, meine Schweſter, das iſt wohl eine große und ſchöne Beſtimmung, welche das Schickſal Ihnen vorbehalten hat: nicht einen Einzelnen nur, ſondern Tauſende zu beglücken, als der hülf⸗ reiche, vermittelnde und lächelnde Engel an der Seite