Der König trat einen Schritt zurück, und ſei
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„Der König von Dänemark wirbt um meine Hand. Ich gebe ſie ihm, denn die Tochter meiner Väter darf niemals in die Tiefe, ſondern in die Höhe blicken, und wenn da für mich kein Myrtenkranz, ſondern nur eine Krone glänzt, ſo will ich die Krone nehmen, denn Gott hat mein Haupt ſtark gemacht und geſegnet, da⸗ mit es eine Krone tragen könne. Da ich keine be⸗ glückte Schäferin ſein darf, ſo will ich eine beglückende Königin ſein.“ Das iſt es, was Sie dem König ſagen wollen. Aber Sie ſind auch gekommen, um zu Ihrem Bruder zu ſagen:„Mein Bruder, ich bin be⸗ reit, Deinen Wunſch zu erfüllen, denn ich weiß, daß Du keine egoiſtiſchen Abſichten, keine ehrgeizigen Pläne damit verbindeſt. Ich weiß, daß Du nur mein Glück und meine Wohlfahrt im Auge hatteſt, daß Du mich erretten wollteſt von Unglück, Erniedrigung und Schmach, daß Du vor den Irrthümern und Schwä⸗ chen meines eigenen Herzens mich bewahren wollteſt. Ich erfülle alſo Deinen Wunſch, mein Bruder, ich will Königin von Dänemark werden.“ Nun, fuhr der Kö⸗ nig nach einer kleinen Pauſe mit tiefbewegter Stimme fort: Nun, Amalie, habe ich nicht richtig errathen? Iſt es nicht deshalb, daß Du gekommen biſt?
Nein, mein Bruder, nein, rief Amalie mit wild hervorſtürzenden Thränen, nein, ich bin gekommen, Ihr Mitleid, Ihr Erbarmen anzuflehen. Und ganz außer ſich, ganz voll Leidenſchaft und Schmerz auf ihre Kniee niederſtürzend hob ſie flehend ihre Arme zu dem König empor. Gnade, mein Bruder, Gnade! Oh, ſchonen Sie meines gemarterten Herzens, laſſen Sie mir wenigſtens die Freiheit, zu klagen und un⸗ glücklich zu ſein. Wollen Sie mich nicht an Däne⸗ mark verheirathen! 1


