Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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Herzen zu wirken. Da man dem Dichter Voltaire nichts anhaben konnte, will man den Menſchen Vol⸗ taire angreifen und ſeinen Charakter verdunkeln, weil man ſeinen Ruhm nicht verdunkeln konnte. Aber ich kenne meine Feinde und ich fürchte ſie nicht! Ich werde ihnen immer mit offenem Viſir und ungehar⸗ niſchter Bruſt entgegentreten. Mögen ſie mit ihren vergifteten Pfeilen aus ihrem Hinterhalt hervor mich tödten. Es iſt beſſer zu ſterben, als von dem größ⸗ ten und von mir angebeteten König beargwohnt zu werden!

Der König lachte. Ah, ſagte er, welche ſeltſame Creaturen ſeid Ihr Dichter. Immer in Aufruhr und Agitation, entweder den Himmel ſtürmend oder die Hölle, entweder Kobolde bekämpfend oder mit Engeln ſchwärmend. Niemals in der ruhigen, gleichmäßigen Alltäglichkeit und Gewöhnlichkeit ausharrend. Wenn Ihr Jemandem begegnet, der Kartoffeln pflanzt, ſo glaubt Ihr's ihm nicht, ſondern bildet Euch ein, es ſeien Drachenzähne, die er ſäet, um mit der aufgelau⸗ fenen Kriegerſchaar gegen Euch zu kämpfen. Wenn Einer Euch mit ruhiger Miene anſieht, ſo meint Ihr ſchon die Verwünſchung gegen Euch auf ſeinen Lippen zu leſen, und wenn man Euch bittet, gut zu ſein, ſo ſeht Ihr darin die Anklage, daß Ihr ſchlecht ſeid!

ein, nein, mein Dichter, Niemand hat die Gifttropfen der Verleumdung in mein Ohr gegoſſen, Niemand hat Sie bei mir verleumdet! Auch bin ich gewohnt, mir ſelber mein Urtheil zu ſchaffen und die Meinung An⸗ derer hat keinen Einfluß auf daſſelbe..

ber Euere Majeſtät lieben es, meinen Feinden Ihr Ohr zu öffnen, ſagte Voltaire düſter. Gerade Diejenigen, welche mich am heftigſten angreifen, wer⸗

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