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fulminante Rede hielte und die freien Römer zur Ver⸗ theidigung ihrer Rechte aufriefe, während er doch ſel⸗ ber ein Stückchen Tyrann ſein muß und ſeine Unter⸗ thanen mehr Sclavenſeelen als römiſche Freiheitshelden ſind. Ich muß mich alſo darauf beſchränken, den Zuſchauer abzugeben und. Ihnen auf der Bühne als Cicero zu applaudiren, wie ich es außer derſelben Ihnen als Voltaire thue.
Und es iſt alſo in der That Ihr Ernſt, Sire, Sie wollen mein Drama, das bis jetzt noch wie ein Scheintodter in meiner Schreibmappe liegt, zum Le⸗ ben erwecken?
In vier Wochen, ſpäteſtens in zwei Monaten muß es zur Darſtellung kommen, und Sie werden dieſelbe leiten!
Voltaire's ſtrahlendes Antlitz verfinſterte ſich, das heitere Leuchten verſchwand von der Stirn des Dich⸗ ters und der eigennützige Menſch zog wieder ſeine Linien und Furchen über dieſelbe.
In vier Wochen, Sire? ſagte er kopfſchüttelnd. Ich fürchte, daß ich alsdann nicht mehr hier ſein werde. Ich bin gekommen, um mich einige glück⸗ liche Tage an Ihrem Anblick zu ſonnen und zu er⸗ wärmen.—
Und dann? unterbrach ihn Friedrich mit ſchnell verfinſterten Mienen.
Dann will ich einen Lieblingstraum meines gan⸗ zen Lebens ausführen und nach Italien gehen, nach der heiligen Stadt Roma, um da auf den Gräbern Cäſar's und Cicero's zu knieen, Sanct Peter, die Me⸗ diceiſche Venus und den Pabſt zu ſehen.
Der König lächelte. Sie werden nicht nach Rom gehen, ſagte er, und der heilige Vater wird nicht das Glück haben, den gottesläugneriſchen Saulus in einen


