Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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Wir wollen es hier bei uns auf die Bühne brin⸗ gen, ſagte der König. Ja, wahrlich, mit dieſem neuen großen Werk ſoll Voltaire's Ankunft über Berlin als ein flammender Komet aufleuchten! Indem man er⸗ fährt, daß Sie endlich da ſind, ſoll man auf’s Neue zugleich ſehen, daß Sie würdig ſind, angebetet und

verehrt zu werden! In vier Wochen ſoll Ihr neues

Werk in meinem Schloſſe dargeſtellt werden!

Wie? Euere Majeſtät haben auch ein franzöſiſches Schauſpiel, und zwar ein ſolches, welches es wagen darf, meinen Catilina zu geben?

Voltaire zu Liebe werden alle meine Hofherren, ja ſelbſt meine Geſchwiſter, ſich in Schauſpieler ver⸗ wandeln, und wenn Ihnen in Paris ein Cicero fehlte, nun in Berlin wird er Ihnen nicht fehlen, denn ha⸗ ben wir nicht Voltaire, welcher ihn darſtellen wird? Und wenn es Ihnen in Paris an einem guten Di⸗ rector und Regiſſeur mangelte, ſo wird das in Berlin nicht der Fall ſein, denn Voltaire hat die Erlaubniß, ſich an meinem Hofe Diejenigen auszuwählen, welche er für die geeignetſten Schauſpieler hält, und er ſelber wird ihnen ihre Rollen einſtudiren. Nur mich ſelber nehme ich aus. Vor zehn Jahren wollte ich in Rheins⸗ berg Ihren„Tod Cäſar's“ aufführen und darin eine Rolle übernehmen, da ſtarb der Kaiſer von Deutſch⸗ land, und das Schickſal rief mich auf das große Theater der Welt, wo ich ſeitdem meine Rolle zu ſpie⸗ ſen verſuche, wie es eben geht, und ihr alle meine Kraft und Thätigkeit weihen muß. Ich darf daher nicht noch andere Rollen übernehmen, denn die beiden Rollen könnten ſich verwirren, und was könnte nicht Alles daraus entſtehen, wenn der König von Preußen von heute Morgen ſich mit dem Cicero von geſtern Abend verwechſelte, und gegen die Tyrannen eine