Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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großen brennenden Augen auf Voltaire's lächelndes, erwartungsvolles Antlitz heftete, ſagte er vollkommen gleichgültig: die Marquiſe von Pompadour? Ich kenne ſie nicht.*) 3

Voltaire zuckte zuſammen und blickte den König erſtaunt und fragend an.

Aber Friedrich ſchien das gar nicht zu bemerken, ſondern fuhr ruhig fort: Aber haben Sie mir ſonſt keine Grüße zu bringen? Hat Keiner der großen Gei⸗ ſter, an denen Paris ſo reich iſt, ſich meiner erinnert?

Sire, ich werde mich wohl hüten, weitere Grüße zu beſtellen, denn Euerer Majeſtät gegenüber werden alle ſogenannten großen Geiſter klein erſcheinen und Euere Majeſtät werden ſie nicht anerkennen.

Der König lächelte. Oh nicht doch, ich erkenne gern an, was wirklich groß und anerkennenswerth iſt. Voltaire wird niemals einen größeren Bewunderer haben, als ich es bin!

Ah, dieſe Worte ſind ein Balſam, Sire, den ich auf meine Bruſt legen will, welche noch ganz zer⸗ fleiſcht iſt von der wilden Meute meiner Kritiker!

Ah, die Kritiker machen Ihnen alſo noch immer Gorgen und Kümmerniſſe? rief Friedrich kopfſchüt⸗ telnd. 3 Sie haben mich wund gehetzt und in mein in⸗ nerſtes Fleiſch ihre unerſättlichen Giftzähne gebohrt, ſagte Voltaire mit dem ihm eigenen, ſchnell aufflam⸗ menden Zorn. So miſerable und jammervoll ſind ſie, daß ich mir ſelber ſchon ganz miſerable und jam⸗ mervoll erſchien, und ganz zerknirſcht und demüthig Euere Majeſtät fragen will: ob, wenn ſolche Meute

4*) Voltaire: Oeuvres complètes. Vol. 58, p