Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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münzer gehalten haben, der mir ſtatt der ächten Münze ſeiner Freundſchaft nur verſilbertes Blei giebt, und mich betrügt, indem er mich zu beſchenken ſcheint. Ihr Glück alſo, daß Sie da ſind! Wahrlich, Sie gleichen dem weißen Elephanten, um deſſenwillen ſich der Schach von Perſien und der Groß⸗Mogul bekriegen, und mit dem ſie ihre Titel vermehren, wenn ſie glück⸗ lich genug geweſen, ihn erobert zu haben. So werde ich von heute an meine Titel ſo beginnen: Friedrich von Gottes Gnaden, König von Preußen, Kurfürſt von Brandenburg, Beſitzer von Voltaire et cetera.*)

Euere Majeſtät mögen ſagen:„Beſitzer vom un⸗ veräußerlichen Voltaire“, denn darin bin ich wenig⸗ ſtens klüger, wie der weiße Elephant, daß ich es um meinen Beſitz nicht zu einem Kriege kommen laſſe, ſondern mich ganz freudig und bereitwillig zum Eigen⸗ thum Euerer Majeſtät erkläre. Laſſen Sie mich alſo der weiße Elephant Euerer Majeſtät ſein, und wenn der Groß⸗Mogul mich zurückbegehrte, ſo verleugnen mich Euere Majeſtät! 4

Während Voltaire ſo ſprach, warf er einen lauern⸗ den, raſchen Blick auf das Antlitz des Königs, und ſeine Züge verloren für einen Moment den Ausdruck der Zärtlichkeit und des Lächelns. Friedrich ſah das nicht oder wollte es nicht ſehen. 4

Nicht doch, ſagte er heiter, ich werde Sie nicht ver⸗ leugnen, ſondern ſagen, daß Sie Mein ſind.

Ich bin immerhin doch noch Unterthau des Königs von Frankreich, rief Voltaire achſelzuckend, man hat mir, als ich Paris verließ, nicht den Titel eines Hiſto⸗ riographen des Königs von Frankreich, ſondern nur meine Penſion abnehmen wollen. Man wußte viel⸗

*) Des Königs eigene Worte, Oeuvres posth, II. p. 357.