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bekommen iſt, und ob Sie überall denjenigen aufmerk⸗ ſamen Empfang gefunden haben, den ich auf allen Stationen für Sie anbefohlen hatte?
Ah, Sire, bei jeder Station, die ich in Ihrem Lande erreichte, habe ich mich ſehr zerknirſcht und demüthig Ihrer Größe gegenüber gefühlt. Wie erhaben, mäch⸗ tig und allgewaltig, ſagte ich mir, muß doch dieſer König ſein, da man mich ſo ehrt und feiert, bloß weil ich die Gnade genieße, mich ſeiner Gunſt erfreuen zu können. Dieſe Freude, Sire, iſt es auch allein gewe⸗ ſen, welche mir die Kraft verliehen hat, hierher zu kommen. Meine Freunde in Paris nannten es eine Lächerlichkeit, daß ich in dieſem jammervollen und elenden Zuſtande eine Reiſe unternehmen wollte. Aber ich, Sire, ich fühlte, daß ich nicht ſterben würde, be⸗ vor ich nicht noch einmal zu den Füßen dieſes großen, und doch ſo einfachen Mannes, dieſes erhabenen, und doch ſo liebenswürdigen Philiſophenkönigs geſeſſen, und an ſeiner Weisheit und ſeinen Scherzen mein krankes Herz erquickt hätte. Ich bin alſo gekommen, Sire, nicht als Voltaire, ſondern als der tragiſche Scarron Ihres Jahrhunderts, und habe mich auf dem ganzen Wege auch immer nur den„Kranken des Kö⸗ nigs von Preußen“ genannt.*) 3
Ah, rief der König lächelnd, Sie und der Mar⸗ ſchall von Sachſen ſind mit Ihrer Krankheit in derſel⸗ ben Lage. Sie haben in Ihrer größten Hinfälligkeit mehr Energie und Kraft, als alle andern Menſchen in ihrer ſchönſten Geſundheit.**) Wären Sie alſo jetzt nicht gekommen, ſo würde ich Sie für einen Falſch⸗
„) Oeuvres compléetes de Voltaire. Gotha 1788. Vol. 58. pag. 313.
**) Oeuvres posthumes. Vol-. II. p. 353.


