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Gefühl eilte er Voltaire entgegen, öffnete er ihm die
Arme und drückte ihn zärtlich an ſeine Bruſt.
Willkommen, willkommen, mein Herr und mein Meiſter! rief der König. Ich empfange Sie, wie es dem Schüler geziemt, in meiner Schulſtube, umgeben von den Büchern, deſſen verſchloſſene und räthſelhafte Weisheit Sie, mein Lehrer, mir ausdeuten und erklä⸗ ren ſollen. 1
Im Gegentheil, Sire, ſagte Voltaire mit ſeinem einnehmenſten Lächeln und ſeiner ſanfteſten Stimme, im Gegentheil, Sire, Sie empfangen mich mit allem Prunk Ihres Königthums, ſitzend auf dem Thron, den Euere Majeſtät nicht ererbt, ſondern erobert haben. Auf dem Thron der Wiſſenſchaft und Gelehrſamkeit, bekränzt mit dem Lorbeer, den die Götter nur den Helden und den Dichtern aufbewahren. Ah, mein Auge wird geblendet von dem Glanz, der mich hier umgiebt, ich beuge mich in Demuth vor dieſem ſchö⸗ nen Haupt, das zu gleicher Zeit zwei Kronen trägt und in zweien Reichen herrſcht. Sire, empfangen Sie mich als den Abgeordneten aus dieſem Reich der Dich⸗ ter, deſſen Krone Sie mit ſo viel Erhabenheit und An⸗ muth tragen!
Der König lächelte. Laſſen Sie mich Ihren Mit⸗ bürger und Kampfgenoſſen in der Republik der Geiſter ſein, ſagte er. Wenn ich ſonſt die Republiken für ein Unding und eine Unmöglichkeit halte, ſo glaube ich doch an dieſe Republik und trage ihr ein ächt repu⸗ blikaniſches, nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ſtrebendes Herz entgegen. Erinnern Sie ſich deſſen immer, mein Freund, und laſſen Sie uns in Sans⸗ ſouci vergeſſen, daß Ihr Republikaner anderswo noch der erſte Beamte eines Königreiches iſt. Und jetzt laſſen Sie mich zuerſt erfahren, wie Ihnen die Reiſe


