Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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auf ſein Hierſein und doch fürchte ich es. Muß man ja doch die Sonne nicht zu nah und zu ſcharf betrach⸗ ten, wenn man keine Flecken an ihr finden will. Viel⸗ leicht auch ſind wir zu gleich geartet, um in Harmonie und Frieden miteinander leben zu können. Nur das

Verſchiedene zieht ſich an und das Gleiche ſtößt ſich

ab. Glauben Sie mir nur, ich werde mit Voltaire nicht, wie mit Ihnen, noch vierundzwanzig Jahre friedlichen Zuſammenlebens haben. Vierundzwanzig Jahre, vergeſſen Sie das nicht, vierundzwanzig Jahre gehören Sie mir!

Nein, Sire, ſo lange ich lebe, gehöre ich Ihnen,

bin ich Ihr Sclave, den Sie nicht mit Gold, ſondern mit Ihrem großen, edlen Selbſt erkauft haben. So lang ich lebe, iſt mein Herz bei Ihnen, wenn auch der ſiebenzigjährige Greis nach der Provence zu ſeinem Grab geflüchtet iſt. Aber, Sire, ich möchte Euere Ma⸗ jeſtät in dieſer Stunde noch um eine andere Gnade anflehen!

Sprechen Sie, Marquis, nur ſein Sie nicht ſo grauſam, etwas zu fordern, was ich Ihnen nicht ge⸗ währen kann!

Sire, wenn es der Natur gefallen ſollte, mich ab⸗ zurufen und zu vernichten, noch ehe ich mein ſieben⸗ zigſtes Jahr erreicht habe, wenn ich hier ſterben ſollte,

ſo gewähren mir Euere Majeſtät die Gnade, mich nicht

auf einem dieſer ernſthaften, düſtern, ſchweigenden und todten Kirchhöfe begraben zu laſſen, wo Schädel ne⸗ ben Schädel liegt, und bei der berühmten Auferſtehung Jeder Gefahr läuft, ſich fremde Knochen anzueignen und den jüngſten Tag gleich als Dieb anzutreten. Nein, Sire, laſſen Sie mich auch im Tode noch In⸗ dividuum lhsben und nicht in der Maſſe verloren ge⸗

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