Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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ſich her. Ein ſolches welkes Blatt fiel zu den Füßen des Königs nieder. Er hob es auf, und es mit ſin⸗ nenden Blicken betrachtend, ſchritt er langſam wie⸗ der die Terraſſe entlang und näherte ſich dem Mar⸗ quis. 3

. Sehen Sie da, Freund, ſagte er, das ſchön ge⸗ formte, von der Verweſung mit gelben Tinten abſchat⸗ tirte Blatt dem Marquis entgegenhaltend, ſehen Sie da, Freund, das iſt mir Barberina. Ein welkes Blatt meiner Vergangenheit, weiter nichts. Homer hat wohl Recht, wenn er die Herzen der Menſchen den welken Blättern im Winde vergleicht. Auch Barberina iſt ein ſolches welkes Blatt, ich hebe es auf und lege es in das Herbarium meiner Erinnerungen, und freue mich, wenn der Staub des Lebens von ihm abgefallen, an ſeinem kunſtvollen Geäder und ſeiner herrlichen Formation. Und jetzt, nachdem Sie das wiſſen, Freund, jetzt erzählen Sie mir! Warum iſt die Sig⸗ nora zurückgekehrt? Kommt ſie allein oder mit ihrem Gemahl, dem Lord Stuart Mackenzie?

Sdiee iſt mit ihrer Schweſter zurückgekehrt und Lord Stuart iſt nicht ihr Gemahl. Man ſagt, er ſei bereits mit einer reichen Schottländerin vermählt geweſen, als Barberina in England ankam.

Der König lachte. Und die Menſchen verlangen noch, daß man ernſthaft bleibe, wenn ſie von der Ewig⸗ keit ihrer Liebe reden, ſagte er. Hat dieſer kleine ſchwärmeriſche Lord nicht Himmel und Erde verſchwo⸗ ren, um die Signora an die Unſterblichkeit ſeiner Liebe glauben zu machen, war er nicht faſt dem Wahnſinn nahe, als ich ihm ſeine Schöne aus Venedig entführen ließ, machte er mich nicht deshalb für ſein Leben und

ſeinen Verſtand verantwortlich, wenn ich ihm meine Tänzerin nicht auslieferte, damit er ſie mit einer kunſt⸗ 86 2*