den! Warum ſuchen ſie ihn in einem Hauſe von Stein und—.
Und in einer Oblate von Mehl und Waſſer, unter⸗ brach ihn der König. Sagen Sie, werden Sie ihn da auch eines Tages ſuchen, Marquis?
Ja, Sire, ſagte d Argens nach kurzem Beſinnen. Ich werde mich dazu entſchließen, aus Freundſchaft für meinen Bruder und aus Intereſſe für meine Fa⸗ milie.
Das heißt alſo, daß Sie die Intereſſen der Phi⸗ loſophie verrathen, daß Sie ihr ungetreu werden wol⸗ len?
Es wird ſo ſcheinen, Sire, aber kein Mann von Geiſt und Ueberlegung wird ſich von dieſer anſcheinen⸗ den Untreue dupiren laſſen; wenn die Rolle, die ich ſpielen werde, Anfangs auch nicht noble und würdig erſcheinen mag, ſo wird man ſie doch um der Motive willen, die mich dazu veranlaßten, entſchuldigen müſſen, und jedenfalls wird es nicht mein Unrecht ſein, wenn die thörichten Menſchen mir nur die Alternative gelaſ⸗ ſen haben, zu heucheln, oder meinen Verwandten, die ich liebe und von denen ich geliebt werde, ſehr viel Ungemach zu bereiten. Ich werde alſo aus Liebe zu meiner Familie als ein Heuchler ſterben.*) Aber,
*) Der Marquis, welcher ſich nach ſeinem ſiebenzigſten Jahre wirklich mit ſeiner Frau nach der Provence zurückzog, ſtarb dort, und die Zeitungen beeiferten ſich zu verkünden, der Marquis ſei als ein guter Chriſt, und ſeinen Unglauben und ſeine Philoſophie
abſchwörend, geſtorben. Der König verlangte darüber in einem ei⸗ genbändigen Briefe an die Wittwe des Marquis nähere Auskunft. Die Maraquiſe geſteht in ihrem Antwortſchreiben allerdings zu, daß ihr Mann die letzte Oelung empfangen habe; aber ſie fügt hinzu, daß dies geſchehen ſei, als ihr Gemahl ſchon mit dem Tode rang, nicht mehr hören und ſehen konnte, und ſie, überwältigt von Schmerz, das Sterbezimmer verlaſſen hätte. Da habe der Abbé, der Freund


