Ich verſpreche es Ihnen, und ich habe alſo Ihren Schwur dagegen? 3
Sire, Sie haben ihn! An dem Tage alſo, wo ich mein ſiebenzigſtes Jahr antrete, werde ich Euerer Ma⸗ jeſtät meinen Taufſchein ſchicken, welcher dann zu⸗ gleich mein Todtenſchein ſein wird. Sie werden dann ſagen:„der Marquis d'Argens iſt todt“, und ich werde hingehen, mich in der Provence begraben zu laſſen.*)
Und vorher, nicht wahr, werden Sie devot und religiös werden?
Ja, Sire, ich werde auf das Devoteſte alle Ihre Güte für mich anerkennen, ich werde der religiöſeſte Anbeter alles Deſſen ſein, was Euere Majeſtät zum Wohl der Menſchheit, der Wiſſenſchaft und des Ruhms gethan haben und thun werden!
Gut! Aber es giebt in dieſer Welt noch eine an⸗ dere Religion, der Sie bis jetzt nicht mit großem Eifer anhangen. Werden Sie damit endigen, die Maske der⸗ ſelben vorzunehmen, und ſich ihren Satzungen, die Sie indeß Ihr ganzes Leben hindurch bekämpft ha⸗ ben, zu unterwerfen? Werden Sie ſogar, wenn Sie dem Tode nahe ſind, dieſe Ceremonien beobachten, welche Ihre Religion Ihnen vorſchreibt?
Der Marquis antwortete nicht ſogleich. Er ließ ſeine Blicke über das ſchöne herrliche Panorama zu ihren Füßen hinſchweifen, auf welches eben die Sonne ihre letzten glühenden Purpurſtrahlen ergoß. Da iſt Gott, Sire, vief er begeiſterungsvoll, da iſt er gewiß und ſicherlich! Warum ſind die Menſchen es nicht zu⸗ frieden, ihn anzubeten, wo ſie gewiß ſind, ihn zu fin⸗
*) Thiébault. Vol. V. pag. 360.


