Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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land mehr haben wollen, als Preußen, keine andere Heimath, als Potsdam und Sansſoucil!

Ah, Euere Majeſtät fordern zu viel, rief d'Argens mit Thränen in den Augen. Ich kann mein Vater⸗ land nicht abſchwören, ich kann meine Provence nicht verleugnen. Sie wiſſen es wohl, Sire, daß es mir damit geht, wie dem Schweizer mit ſeinem Kuhreigen. Wenn er ihn in ſeiner Heimath hört, ſo hüpft ihm das Herz vor Freuden, und wenn er ihn in der Fremde vernimmt, ſo füllen ſich ſeine Augen mit Thränen. So geht es mir mit der beau soleil de ma Provence. Schon die Erinnerung an ſie erwärmt mir das Herz, und ich meine, wenn ich dereinſt als ein alter erkalte⸗ ter Greis meine ſchöne Heimathsſonne wiederſehe, ſo werde ich wieder jung und wieder warm werden. Wollen Euere Majeſtät daher nicht verlangen, daß ich auf immer meiner Heimath entſage.

Sie lieben Ihre Sonne der Provence alſo doch mehr als mich? ſagte Friedrich mit einem leichten Stirnrunzeln.*

Oh, Euere Majeſtät ſagen das, und doch habe ich ihr den Rücken gewandt und jauchze vor Glück, wenn die Sonne des Nordens einen Strahl ihres Auges auf mich fallen läßt! Sire, laſſen Sie mein Leben mich im Glanze der Sonne des Nordens hinbringen, aber geſtatten Sie mir die Gnade, unter der Sonne meiner Heimath ſterben zu dürfen! 2

Sie ſind ein wunderlicher Mann, ſagte Friedrich lächelnd. Wie wollen Sie denn wiſſen, wann Sie ſterben werden, und wann es alſo Zeit für Sie iſt, nach der Provence zurückzukehren?

Man hat mir einſt prophezeit, ich würde ſehr alt werden, und Euere Majeſtät wiſſen wohl, daß ich an Prophezeihungen glaube.