Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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König, ſondern weil Sie der große, erhabene Mann, weil Sie der Held, der Dichter, der Gelehrte und Philoſoph und endlich auch der edle Menſch ſind!

Ah, was für ein Kind Sie noch immer ſind, Mar⸗ 4 quis, ſagte Friedrich mit einem wehmüthigen Lächeln. Sie glauben noch an die uneigennützige Zuneigung der Menſchen untereinander? Aber freilich, Sie haben wohl ein Recht dazu, denn Sie zum Mindeſten ſind einer ſolchen Zuneigung fähig, und ich bin wahrhaftig eitel genug zu glauben, daß Sie mir dieſelbe zugewandt haben..

Gott ſei gelobt für dieſes Wort, rief d'Argens freu⸗ deſtrahlend. Jetzt mögen Voltaire und die ſieben Wei⸗ ſen, jetzt möge meinetwegen Vater Abraham ſelber kommen, Ihr Iſaak fürchtet Niemand mehr, denn mein Kon glaubt an mich und meine anbetungsvolle Zärt⸗ 3 lichkeit. 4

Ja, ſagte der König, noch glaube ich an Sie, und ſchlimm wär's, wenn auch Sie mich eines Tages ent⸗ täuſchen wollten, denn ich würde dann keinem Men⸗ ſchen mehr glauben. Ihr gutes Geſicht, und daß ich's Ihnen ſage auch Ihre Liebe ſind mir noth⸗ wendig, und ich denke, ich werde dieſelbe zuweilen als das Perſeusſchild benutzen, um es dem Meduſenantlitz entgegen zu halten, zu welchem die ganze Menſchheit und die ganze Welt ſich mir immer mehr und mehr 4 verzerrt. Sie dürfen mich daher niemals verlaſſen, 1 Sie müſſen immer bei mir bleiben. Ich bedarf Ih⸗ 4 rer guten Augen, Ihres heitern Lächelns, Ihrer kin⸗ diſchen Thorheiten und Ihrer weiſen Erfahrungen. Ich bedarf eines Pylades, denn ich glaube wohl, daß ein Stückchen Oreſtes in mir verborgen iſt. Nun alſo, Pylades, ſchwören Sie mir, daß Sie mich niemals verlaſſen, daß Sie von heute an kein anderes Vater⸗