Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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fetztes Zerrbild zu den andern werfen muß! Gebe Gott, daß der Menſch Voltaire nicht den Genius Voltaire von dem Altar hebt, den ich ihm mit bereit⸗ willigen Händen in meinem Herzen errichtet habe,

und daß der Cyniker und Geizhals Voltaire nicht die⸗

ſen Altar zerſtört, um in ſeinem Fundament nach einigen Goldſtücken und Pretioſen zu wühlen. Ich habe eine ſchlimme Ahnung, als ob es ſo kommen müßte, und als ob die Trümmer des zerſtörten Al⸗ tars zerſchmetternd auf mein eigenes Herz zurückfallen würden. Denn was Ihr auch immer ſagen mögt, und wie ſehr die Menſchen daran genagt und gerüttelt haben, ich habe noch immer ein Herz!

Und welch ein edles, großes und ſchönes Herz! rief d'Argens tief bewegt. Welch eine Fülle von Liebe, von Poeſie, von Großmuth und Erbarmen iſt in dem Herzen meines Königs.

Davon, Marquis, dürfen Sie Voltaire nichts ver⸗ rathen, ſagte der König lächelnd, denn ich fürchte, er würde mich um Deswillen verſpotten, und ſeine giftige Satyre, wie er es ſchon ein Mal gethan, über mich ergießen. Voltaire iſt geizig! Das gefällt mir nicht! Denn der Geiz iſt ein unedler Roſt, welcher das edelſte Metall zuletzt verdunkelt und unkenntlich macht. Die Geizigen zudem lieben nichts als Sich Selber, und ſo fürchte ich, kommt Voltaire nicht zu mir, weil er mich liebt, ſondern weil ich ihm ein bedeutendes Jahrgeld zugeſichert, und ihm auf ſein Verlangen vier⸗ tauſend Thaler Reiſegeld geſandt habe.

Jetzt, Sire, thun Sie ihm Unrecht, rief der Mar⸗ quis, mehr noch, Sie thun Sich ſelber Unrecht. Vol⸗ taire iſt groß und genial genug, um nicht auf Ihre Krone, ſondern auf die Stirn, welche ſie trägt, zu blicken, und er betet Sie an, nicht weil Sie der