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wird.— Voltaire iſt in Berlin angekommen, und wird morgen in der Frühe hier ſein.
Des Königs Antlitz ſtrahlte vor Vergnügen, aber er war zartſinnig genug, jede Aeußerung ſeiner Freude zurückzuhalten. Sie fügen Ihrer Nachricht das Wort „leider“ hinzu? fragte er. Sie bedauern es alſo, daß Voltaire zu mir kommt?
Der Marquis ſchwieg eine Weile, und ſenkte ge⸗ dankenvoll ſein Haupt. Als er es dann wieder em⸗ porhob, leuchtete es in ſeinen Augen wie eine Thräne.
Ja, ſagte er, ich bedauere es, Sire, ich bedauere es, wie man am Abend eines wundervollen Tages
den Untergang der Sonne, wie ſchön er immer ſein
mag, doch mit Wehmuth und Bedauern begrüßt, weil man nicht weiß, ob der Tag, welcher da kommen wird, dem ſchönen Tage, welcher eben zu Ende geht, gleichen wird. Sire, morgen geht über Sansſouci eine neue Sonne auf und ſie bringt einen neuen Tag. Ich beklage den, welcher heute zu Ende geht!
Eiferſüchtig! ſagte der König kopfſchüttelnd, indem er die Hände auf dem Rücken faltete, und langſam und ſchweigend am Rande der Terraſſe auf und nie⸗ der ging. Der Marquis ſchaute ihm mit traurigen Blicken zu, und wagte es nicht, ungerufen an ſeine Seite zu treten.
Plötzlich blieb der König vor ihm ſtehen und legte ſeine Hand auf die Schulter des Marquis. Sie ha⸗ ben Recht, ſagte er, es beginnt morgen für uns Alle hier ein neuer Tag, und eine neue Sonne wird über Sansſouci emporleuchten. Aber ich fürchte, daß dieſe Sonne ſich ſehr bald unter Wolken verbergen, und daß der neue Tag vielleicht ſehr ſtürmiſch endigen wird. Voltaire iſt das letzte Ideal meiner Jugend⸗ jahre! Gebe Gott, daß ich es nicht auch als ein zer⸗


