Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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In dieſem Augenblick bemerkte der König neben

ſich den Schatten einer menſchlichen Geſtalt, den die

Abendſonne zu einer wahren Rieſenlänge über die Terraſſen hinzog. Der König wandte ſich haſtig um, und begrüßte mit einem freundlichen Kopfneigen den Marquis d'Argens, der eben aus dem Schloſſe ge⸗ treten war, und ſich eilig dem König näherte.

Sie ſind liebenswürdig, Marquis, ſagte der Kö⸗ nig lächelnd. Sie ſind ſo ſchnell von Ihrer Fahrt nach Berlin zurückgekehrt, daß man wahrhaftig mei⸗ nen ſollte, die Liebe habe Ihnen ein Paar Flügel ver⸗ liehen, um ſchneller hier zu ſein.

Der Marquis ſtutzte ein wenig, das glückliche Lä⸗ cheln verſchwand für einen Moment aus ſeinem An⸗ geſicht, und er warf einen faſt erſchreckenden Blick auf das Antlitz des Königs. Dies indeſſen trug nur den Ausdruck der Heiterkeit und des Wohlwollens, und nicht die kleinſte Spur einer Drohung war in ſeinen Blicken.

Der Marquis nahm daher wieder ſeine heitere Miene an. Gewiß, ſagte er, hat mir die Liebe Flü⸗ gel verliehen, denn ſie wußte wohl, daß ich zu dem Gegenſtand meiner heißeſten und aufrichtigſten Anbe⸗ tung, daß ich zu Euerer Majeſtät zurückkehren wollte, und wär's auch nur, um zu Ihren Füßen ein Füll⸗ horn von Neuigkeiten auszuſchütten.

Ach, es giebt alſo etwas Neues, ſagte der König heiter. Sehen Sie alſo, wie Recht ich gethan habe, Sie als Geſandten an dieſe erhabene Göttin Fama abzuſenden. Sie hat Ihnen einige Geſchenke für mich mitgegeben. Laſſen Sie alſo ſehen, worin dieſelben

beſtehen!

AZuerſt dasjenige, von dem ich leider weiß, daß es Euerer Majeſtät als das köſtlichſte Kleinod erſcheinen