Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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derungen geſchloſſen haben. Man verzeihe es, wenn wir von der Freiheit des Dichters Gebrauch machend, dieſe vier Jahre überſpringen, und dieſen vierten Band it dem Jahre 1750 beginnen, mit demjenigen Jahre, welches die Geſchichtſchreiber gewohnt ſind, als das glücklichſte und ſonnenhellſte Jahr in dem Leben Kö⸗ nig Friedrichs des Zweiten zu bezeichnen. Aber man weiß wohl, daß das Glück immer nur der ſchö⸗ nen Purpurroſe gleicht, welche, trotz ihrer Schönheit, mit der ſie uns erfreut, doch immer auch ihre Dornen hat, mit denen ſie uns verwundet, man weiß wohl, daß der ſonnenhellſte Tag nicht blos in den Gärten und Luſthainen, ſondern auch auf den Gräbern Blu⸗ men ſprießen macht, und wenn wir dieſe Letzteren pflücken und damit unſer Haupt bekränzen, wer will dann entſcheiden, ob wir das thun aus Freude an der Gegenwart oder aus treuer Anhänglichkeit an die Vergangenheit. Der König allerdings ſchien glücklich und heiter, aber dieſe vier Jahre, in denen wir ihn nicht geſehen,

waren doch nicht ſpurlos an ſeinem Haupte vorüber⸗

gegangen, ſie hatten einen leiſen Schatten auf ſeiner hohen Stirn zurückgelaſſen und ſeinen ſonſt ſo lächeln⸗ den und jugendlichen Lippen einen mehr geſchloſſenen und ſtrengen Ausdruck gegeben. Der jetzt achtund⸗ dreißigjährige König war noch immer der edle ſchöne Mann, aber von ſeinem Antlitz war der Sonnenſchein gewichen, und ſein Auge, welches ſehr wohl noch die Blitze des Zeus zu ſchleudern wußte, hatte nicht mehr jenes ſanfte bezaubernde Feuer, mit welchem die Göt⸗ ter ſelbſt nur von der Venus begnadigt werden konn⸗ ten. Gleich dem Polykrates hatte der König, um

ſein Geſchick zu verſöhnen, das Liebſte, was er hatte, in's Meer geſchleudert, aber er war dadurch um ſein