Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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ihre Schranken zurückzudrängen, aber es gab da auch Einige, welche niemals eine ſolche Rüge und einen⸗ ſolchen Königsblick verdient hatten, bei denen Friedrich 3 immer gewiß ſein konnte, niemals von der Vertrauu lichkeit die Achtung vor dem Königthum gefährdet zu 5 ſehen, und nicht nöthig zu haben in ſeinem König⸗ d ſchloſſe zu Berlin ein Betragen desavouiren zu ſen, das er in Sansſouci geſtattet hatte. 3

Einer von dieſen ſtets rückſichtsvollen, ſtets erge⸗ benen, ſich immer gleichbleibenden, ſich niemals ver⸗ leugnenden Freunden war der Marquis d'Argens. Der König, inmitten ſeines glänzenden Gefolges und ſeiner irdiſchen Herrlichkeit, ließ den Marquis niemals den Philoſophen von Sansſouci vergeſſen, den er liebte, nicht weil er ein König, ſondern weil er für ihn der größte, der erhabenſte und liebenswertheſte aller Menſchen war; aber bei dem einfachen, heitern und anſcheinend ſo ſorgloſen Philoſophen von Sans⸗ ſouci vergaß der Marquis ebenſowenig, daß hinter demſelben der machtvolle und gewaltige König ver⸗ borgen ſei.

Friedrich hatte daher zu dieſem Genoſſen ſeiner Confidenztafel das größte Vertrauen, er geſtattete ihm mehr Vorrechte, als irgend einem Andern ſeiner Freunde, und der Marquis war bis jetzt der Einzige, 6 welcher, wenn der König in Sansſouci wohnte, nicht 4 blos als Gaſt nach Sansſouci geladen ward, ſondern auch daſelbſt ſeine Wohnung und ſein Nachtquar⸗ tier fand, während die übrigen Freunde entweder in dem Cavalierhauſe oder im Schloſſe zu Potsdam lo⸗ girt wurden.

So war es geweſen, ſeit dieſen vier Jahren, daß Friedrich ſeinenWeinberg bewohnte, ſeit jenem Tage, mit welchem wir den dritten Band diee