Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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ßen Hauptgang. Ein Ausruf der Bewunderung ent⸗ fuhr den Lippen des Marquis, mit ſtrahlendem Auge blickte er umher auf dieſes ſo reizende und ſo maje⸗ ſtätiſche Enſemble, das plötzlich ihn umgab. Hier dicht vor ihnen dieſes von Marmor eingefaßte Baſſin, um⸗ geben von herrlichen Marmorgruppen, dicht dahinter dieſe hochaufſteigenden Terraſſen, auf deren ſechs Ab⸗ ſtufungen ſich Alleen wundervoller, rieſengroßer Oran⸗ genbäume erheben, welche ihre vollen, dichten Kronen leiſe im Morgenwind ſchaukelten, um dem König zur Begrüßung den herrlichen Duft ihrer Blüthen zu ſenden. Und oben auf der Spitze dieſer Terraſſen, zwiſchen Marmorgruppen und ſpringenden Cascaden, dieſes in ſeinen Formen ſo einfache und doch ſchöne kleine Schloß, auf deſſen mittlerer Kuppel die goldene Königskrone, welche im Sonnenglanz funkelte und leuchtete. 3

Der König deutete auf dieſe Krone hin. Sehen Sie, ſagte er, die Krone leuchtet im Golde, und wirft ihre Schatten auf das, was unter ihr iſt. So iſt's mit meinem ganzen Leben. Es iſt beſchattet und dunkel! Möge nur meine Krone glänzen!

Der Marquis drückte des Königs Hand zärtlich an ſeine Bruſt. Sie wird leuchten und ſtrahlen durch alle Zeiten hindurch, ſagte er begeiſtert. Der Sonnen⸗ ſchein, der dort auf jener Krone liegt, von dem wer⸗ den ihre Enkel und Ürenkel noch erzählen, und wenn ſie von Preußen ſprechen, werden ſie ſagen: als Friedrich der Zweite lebte, ſchien die Sonne und das Licht!. Beeide ſchwiegen ſie jetzt und ſtiegen Arm in Arm die marmornen Stufen der Terraſſen hinauf. Tiefe, heilige Stille umgab ſie, leiſe plätſcherten die Cas⸗ caden, leiſe rauſchten die Gipfel der hohen Bäume,