Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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auf dieſen bleichen, zarten, jungen Mann, der neben ihm ſaß, und der es gewagt hatte, mit ſeiner ſchüch⸗ ternen, leiſen Stimme in dasWundervoll des jun⸗ gen Athleten mit einzuſtimmen.

Ich bitte Sie, ſich dieſer lauten Beifallsäußerungen zu enthalten, oder wenn Sie das nicht können, wenig⸗ ſtens dazu Ihre eigenen und nicht die meinen zu wählen, ſagte der junge über ſechs Fuß hohe Rieſe Cocceji zu ſeinem ſchmächtigen blaſſen Nachbar. Die⸗ ſer blickte mit einer Art Entſetzen auf die breite, mus⸗ kelkräftige Athletengeſtalt Cocceji's hin, und wagte von nun an kaum zu athmen, ſondern ſtarrte nur mit weitaufgeriſſenen großen Augen hin auf die Barberina, welche jetzt in reizenden Attituden, mit den künſtlichſten

Pas, auf der Bühne hin⸗ und herflatterte.

Das Publikum, welches ganz ſeine früheren Vor⸗ ausſetzungen und Vermuthungen vergaß, blickte nicht mehr auf den König, ſondern nur noch auf die tan⸗ zende Barberina und auf den Herrn von Cocceji, der da dicht neben der Bühne ſaß, und deſſen Augen immer drohender auf ſeinen in Anſchauen und Be⸗ wunderung verlorenen Nachbar ſich hefteten.

Plötzlich, als Barberina eben eine ihrer ſchönſten und vollendetſten Tanztouren ausgeführt hatte und lächelnd vor den Lampen knieend die Bravi der Zu⸗ ſchauer empfing, flog Etwas aus der Proſceniumsloge des Herrn von Cocceji auf die Bühne und fiel gerade zu den Füßen Barberina's nieder. 2

Dieſes Etwas war indeſſen kein Kranz, kein Blu⸗ menbouquet, kein Geſchmeide; dieſes Etwas war ein Menſch, ein armer, verblüffter, entſetzter Menſch, der gar nicht begriff, wie er dazu gekommen, dieſe Luft⸗ reiſe zu machen, und weshalb ihn ſein Nachbar, der