Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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ein Mann, deſſen elegantes, zierliches und ſtattliches Aeußere den Hofmann und Cavalier verrieth, während ſein heiteres, wohlgenährtes, geröthetes Antlitz, ſeine friſchen, blitzenden, lebhaften Augen, ſein gemüthliches, joviales Lächeln ihn als einen Lebemann und Schüler des Epicur bezeichneten. Dieſer Mann, zu dem Jeder, welcher ihn anſah, Vertrauen faſſen mußte, deſſen Antlitz, trotz der kleinen Runzeln und Falten, welche funfzig bewegte und thatenvolle Jahre darauf ver⸗ zeichnet hatten, doch noch immer von einer kindlichen Harmloſigkeit und Gutmüthigkeit zeugte, dieſer Mann war der Marquis d'Argens, der treue, ſtets unver⸗ änderliche, niemals wankende, niemals irrende Freund des Königs, ihm nicht bloß ergeben mit ſeinem Her⸗ zen, ſondern auch mit ſeiner Seele, ſeinem ganzen Daſein, und ſo voll Anbetung und Bewunderung für ſeinen königlichen Herrn, ſo voll Ehrfurcht und Re⸗ ſpect, daß er zum Beiſpiel die Briefe, welche er vom König empfing, niemals anders als ſtehend und bei verſchloſſenen Thüren las.

Mit einem heitern und glücklichen Lächeln trat der Marquis, eben von einer längeren Reiſe nach Paris heimkehrend, in den Vorſaal des Königs, ganz Sehn⸗ ſucht und Freude, ſeinen geliebten Herrn wiederzu⸗ ſehen; haſtig, und ohne irgend etwas Anderes zu ſehen und zu beachten, als da drüben dieſe Thür, welche in das Studirzimmer des Königs führte, durchſchritt der Marquis den Saal. Rothenburg und Algarotti näher⸗ ten ſich ihm indeſſen, und ihm mit freudiger Begrü⸗ ßung ihre Hände darreichend, erzählten ſie ihm von eer ſeltſamen und ungewohnten Abgeſchloſſenheit des

önigs.

Das Antlitz des Marquis nahm ſofort einen dü⸗ ſtern, traurigen Ausdruck an und ſeine Augen füllten