nur mit dem Schweigen der Verachtung zu erwidern. Sie hatten ihm das zugeſagt, und es war ihnen wirk⸗ lich Ernſt mit ihrem Verſprechen geweſen. Das ſah man an ihrer ſtillen ernſten Haltung, das hörte man an dieſen friedfertigen, verſöhnlichen Worten, welche ſie hier und dort an die ihnen bekannten und nicht in das Geheimniß eingeweiheten Studenten richteten, an dieſem Loſungswort, welches ſie überall hin ver⸗ breiteten:„Kein Scandal heute Abend! Um jeden Preis Ruhe gehalten!“
Aber alle dieſe wogenden und ſtürmenden Maſſen beruhigten ſich endlich, das Geplauder in den Logen, das Summen und Schwirren, das Lachen und Schie⸗
ben und Stoßen im Parterre verſtummte bei dem ſcharfen und durchdringenden Schall des kleinen Glöck⸗ chens, welches das Beginnen des Schauſpiels und das Aufrollen des Vorhangs verkündete.
Das Stück begann, und nie hatte Eckhof mit ſol⸗ chem Feuer, mit ſolcher Begeiſterung und ſo hinreißen⸗ dem Schwung geſpielt, nie indeß waren die Studenten ruhiger, geräuſchloſer und ernſter geweſen, wie an dieſem Abend. Und doch waren ſie nicht gleichgültig oder theilnahmlos, das ſah man an ihren blitzenden Augen, an ihren vor Freude gerötheten Wangen, das hörte man an dieſem dann und wann aus dieſen ſchwarzen Maſſen aufrauſchenden Gemurmel des Ent⸗ zückens, welches oft für den Künſtler eine ſchmeichel⸗ haftere und anfeuerndere Muſik iſt, als das laute Händeklatſchen, das jauchzende Bravogeſchrei. Dieſes unterbricht in ſeiner egoiſtiſchen Freude den Künſtler, jenes unterdrückt und bezwingt ſich ſelber, und gönnt ſich nicht den lauten Ausbruch, um nicht eine Bewe⸗ gung, ein Wort des Künſtlers dadurch zu verlieren und zu verdecken.
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