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Im Parterre gewahrte man dichtgedrängt die phan⸗ taſtiſchen, langbärtigen, jugendfriſchen und kräftigen Geſtalten der Studenten, deren funkelnde Augen und lachende Geſichter genugſam das Intereſſe verkündeten, das ſie an dem heutigen Abend nahmen. Nur hier und da begegnete man unter ihnen einem ernſten, mißmuthigen Geſicht, einem finſter blickenden Auge, aber Niemand achtete auf ſie. Jeder war ſo ſehr be⸗ ſchäftigt mit ſeiner eigenen, erwartungsvollen Freude, mit dem Anſchauen der ſchönen jungen Frauen und Mädchen, welche allgemach jetzt die Logen füllten und ſchamvoll und erröthend vor den brennenden und drei⸗ ſten Blicken der Studenten die Augen niederſchlugen, mit dem Betrachten dieſes geheimnißvollen Vorhanges,
hinter dem das Glück und der Genuß dieſes Abends
ſich noch verbarg, und durch deſſen hier und da an⸗ gebrachte kleine Oeffnungen man zuweilen das Auge irgend eines Künſtlers oder einer Künſtlerin gewahrte, die das wogende und plaudernde Publikum beobachtete, wie dieſes den Vorhang beobachtete, Beide voller Er⸗
wartung der kommenden Dinge, Beide in höchſter
Aufregung und Spannung den nächſten Stunden ent⸗ gegenſehend. Niemand, wie geſagt, achtete auf dieſe wenigen, unter der Maſſe verſtreuten Studenten mit den ernſten Geſichtern und den finſter zuſammenge⸗ zogenen Augenbraunen, Niemand außer Lupinus. Er, welcher das Antlitz jedes Studenten vor ſeinem For⸗ ſcherblick die Revue hatte paſſiren laſſen, er hatte ſehr bald an ihren Geberden und Augen dieſe von Pro⸗ feſſor Franke angeworbenen Studenten erkannt, deren Namen er vorher nicht zu ermitteln gewußt, und die man daher vom Beſuch des Theaters nicht hatte zu⸗ rückhalten können. Ueberdies machten ſie, welchen Profeſſor Franke anvertraut, daß auch Lupinus zu den Mühlbach, Berlin n. Sansſouci ꝛc. III. 3


