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ich zurückgezogen, einſam und freudelos lebe, ſcheine ich ihnen geeignet, eine ſolche Infamie auszuführen. Weil ich nicht in's Theater gehe, glauben ſie, daß ich ein Verächter der Kunſt bin, und ſie, gleich ihnen, für eine Feindin der Wiſſenſchaft halte. Oh, oh, wie wenig kennen ſie mich, wie wenig verſtehen es dieſe klugen und gelehrten Profeſſoren, in den Herzen und den Geſichtern der Menſchen zu leſen!— Aber wie, Eckhof iſt in Gefahr, ich weiß es und ſoll ſchweigen? Eckhof wird bedroht von dieſen engherzigen, aufgebla⸗ ſenen Profeſſoren, und ich ſoll ihn nicht warnen? Wäre das nicht ein Verrath, den ich an mir ſelber beginge, ein Verbrechen gegen die Kunſt und mein eigenes armes Herz? 4
Mit heftigen Schritten, mit keuchendem Athem ging er im Zimmer auf und ab, ringend mit den Gedan⸗ ken und Entſchlüſſen, welche ſein Inneres bewegten und wie Orkane in ihm tobten und brauſten. Plötz⸗ lich blieb er ſtehen. Sein Antlitz ſtrahlte jetzt von Entſchloſſenheit und Energie, ſeine Augen glänzten im Feuer der Begeiſterung.
Ich wollte meine Sehnſucht und mein Herz der Pflicht zum Opfer bringen, ſagte er, aber Gott hat mein Opfer nicht angenommen, Gott hat es verwor⸗ fen und mir ſelber den Weg vorgezeichnet, den ich zu gehen habe! Ich will nicht der Theilnehmer dieſer Verſchwörung ſein, wenn ich ſie verſchwiege, wäre ich es. Ich werde alſo nicht ſchweigen.
Mit einem glücklichen Lächeln nahm er ſeinen Hut, und ſeine Wohnung verlaſſend eilte er hinunter auf die Straße. Aber vor der Thür Eckhof's angelangt, zögerte er, und eine glühende Röthe, gefolgt von einer tödtlichen Bläſſe, übergoß ſein Geſicht.
Nein, nein, flüſterte er leiſe, ich habe heute noch


