Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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nicht die Kraft, ihn wiederzuſehen. Ich würde ſterben, wenn ſeine Augen mich anblickten. Ich will zu Fre⸗ dersdorf gehen. 3

Der junge Joſeph Fredersdorf, welcher jetzt aus einem Jünger der Wiſſenſchaft ſich in einen Jünger der Kunſt verwandelt hatte, war zu Hauſe und empfing Lupinus mit freudigem Erſtaunen..

Der Heilige traut ſich in die Höhle des Weltkin⸗ des, ſagte er mit einem fröhlichen Lachen, der auf dem Dreifuß der Wiſſenſchaft thronende Gelehrte ſteigt her⸗ ab von ſeiner Höhe, um den Helden und Liebhaber der Theater⸗ und Couliſſenwelt aufzuſuchen. Das iſt ein unerhörtes Ereigniß, welches jedenfalls etwas zu bedeuten haben muß.

Sie ſpotten über mich und doch haben Sie dabei das Rechte getroffen, ſagte Lupinus. Ja, es hat etwas zu bedeuten, daß ich hier bin, denn nicht ohne eine ernſte Veranlaſſung würde ich, welcher ſo undankbar und ſchroff Ihre freundliche Annäherung zurückgewie⸗ ſen hat, den Muth gefunden haben, zu Ihnen zu kommen. Aber ich weiß, daß Sie mir vergeben wer⸗

den um des Zweckes willen, der mich zu Ihnen führt. Hören Sie mich an und dann urtheilen Sie!

Mit haſtigen Worten, oft unterbrochen von den. Ausrufen Fredersdorf's, von den Ausbrüchen ſeines Unwillens und ſeines Zorns, erzählte ihm Lupinus von dem Beſuch des Rectors und von dem Zweck deſſelben.

Das iſt alſo eine Verſchwörung in beſter Form, ſagte Joſeph, als Lupinus geendet hatte, eine Ver⸗

wörung, um deretwillen, wenn ſie von den Stu⸗ denten ausginge, die Herren Profeſſoren Zeter und Mordio ſchreien und die armen Jungen auf das Kar⸗ zer ſchicken würden, wie ſie es mir ſo oft gethan.