Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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feſſoren entworfen hatten, um heute den gewünſchten Scandal herbeizuführen, und bei welchem Lupinus eine

werkthätige Rolle ſpielen ſollte.

Der junge Mann hörte der ſalbungsvollen Rede des Profeſſors ſchweigend und wie erſtarrt in innerem Schrecken zu. Franke ſah das nicht, er ſah nicht dieſe finſtern, flammenden Blicke, welche Lupinus auf ihn ſchleuderte, er ſah nicht, wie er allmälig erbleichte, und wie er ſeine zitternden Lippen feſt aufeinander preßte, um die heftigen Worte vielleicht zurückzudrän⸗ gen, die aus ſeiner Bruſt emporſtiegen. Der Pro⸗ feſſor hörte ſich ſelber zu, und bewunderte froh ſeine eigene eifervolle Redegewandtheit, wie hätte er da das

Antlitz dieſes Jünglings beobachten können, an deſſen

dienſtbereiter Ergebenheit er gar nicht zweifelte, und deſſen Weigerung ihm wie ein unglaubliches Mährchen würde erſchienen ſein.

Auch weigerte ſich Lupinus gar nicht. Er nahm ganz gelaſſen das dargereichte Billet an und legte es, ohne irgend eine Erwiderung auf ſeinen Schreibtiſch.

Er hörte ſchweigend den weitern Auseinanderſetzungen

des Profeſſors zu, und dieſer nahm das Schweigen für eine ehrfurchtsvolle Zuſtimmung.

Als aber der Herr Rector ſich endlich entfernt hatte und Lupinus allein war, da wich die Ruhe aus ſeinen Zügen und ſein ganzes Weſen war jetzt Bewegung, Aufregung und Leidenſchaft. Mit einer heftigen Be⸗ wegung nahm er das Theaterbillet und warf es zur Erde, um mit ſeinen Füßen darauf zu ſtampfen, und es dieſen ganzen Zorn, dieſe Verachtung empfinden zu laſſen, welche er dem Profeſſor nicht zu zeigen ge⸗ wagt hatte.

Mich, mich wollen ſie zum Werkzeug dieſer Er⸗ bärmlichkeiten machen! ſagte er zähneknirſchend. Weil