Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

indem er dem Rector ſeine Hand darreichte.

theil es liegt, bei dem Rector Magnificus in Gunſt zu ſtehen. Wir werden unſere Streiter alſo unter den Jünglingen ſuchen, welche Stipendien empfangen, und alſo ganz naturgemäß zu mir halten, weil es von mir abhängt, ihnen das Stipendium auch für das nächſte Semeſter zu ſichern. Auch giebt es einige Studenten, welche, nur der Wiſſenſchaft lebend, dieſe eitle Kunſt verachten und, wie ich mit Beſtimmtheit weiß, niemals das Theater beſuchen. Ich nenne Ihnen zum Bei⸗ ſpiel den jungen und fleißigen Studenten Lupinus. An ihn werde ich mich wenden, und er wird ohne Zweifel meiner Aufforderung entſprechen. Er iſt klein und ſchwächlich, das iſt wahr, aber er ſteht in großem Anſehen unter der Studentenſchaft, und es iſt alſo gut, wenn er dabei iſt. Außerdem kenne ich wohl noch fünf Studenten, auf welche wir ſicher zählen können, und die uns behülflich ſein werden, unſer edles Ziel zu erreichen. Ihnen werde ich alſo dieſe Billets geben, welche dieſer übermüthige Comödiant hier zurückgelaſſen hat. Es war ſein Wunſch, daß dieſelben heute von uns gebraucht werden ſollten. Nun wohl denn, wir wollen ſie gebrauchen, nur wollen wir es nicht zum Zweck dieſes ſchnöden und ſinnlichen Vergnügens thun, ſondern im Dienſte Gottes, der Wiſſenſchaft und der Tugend!

Und weil dem ſo iſt, wird Gott auch unſer Be⸗ mühen ſegnen und es mit einem glücklichen Erfolg krönen! ſagte Herr Profeſſor Heinrich ſalbungsvoll,