Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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Indignation erſtarrten Profeſſoren nur eines Blickes zu würdigen, ging Eckhof hinaus, hinunter auf die Straße, wo Joſeph Fredersdorf ihn erwartete.

Nund fragte er lebhaft. Haben ſie die Einladung angenommen?.

Es iſt Alles ſo gekommen, wie Du geſagt haſt, Freund. Sie haben mich mit ſchnödem Hohn zurück⸗ gewieſen und mir ſtolz den Rücken zugewandt. Aber ſie mußten doch hören, was ich ihnen darauf zu er⸗ widern hatte, und ich denke, meine Worte werden ihren erhabenen langen Ohren einige Schmerzen be⸗ reitet haben.

Du wirſt jetzt zugeben, daß ich Recht hatte, nicht an unſer Glück in Halle zu glauben, und an das in⸗ nige Zuſammenhalten der Männer der Wiſſenſchaft mit den Männern der Kunſt?

Ja, Du hatteſt Recht, Joſeph. Ich ſehe das jetzt ein. Die Gelehrſamkeit dieſer Männer iſt ein erſtarr⸗ ter, blüthenloſer Sumpf, in dem alle ihre beſſeren und menſchlichen Gefühle zu Grunde gehen. Proofeſſoren

nennen ſie ſich? Eunuchen ſind ſie, gar nicht im Stande, neue Menſchen zu zeugen, ſondern nur klaf⸗ fend und zähnefletſchend vor den todten Schätzen zu liegen, welche ſie bewachen, und die ihnen je ſchöner und heiliger erſcheinen, deſto älter, beſtäubter und un⸗ verſtändlicher ſie ſind. Komm, Joſeph, wir haben nichts mehr zu ſchaffen mit dieſen Männern der Wiſ⸗ ſenſchaft, des Staubes und der Stubengelehrſamkeit, wir ſind Künſtler, uns gehört das Leben, die Jugend und die Zukunſt, und die ganze Welt iſt unſer Audi⸗ torium! Komm, wir wollen in die Probe gehen, und beim Himmel, wir wollen unſerm Auditorium heute

Abend eine Vorleſung halten, deren jauchzender Wie⸗

Mühlbach, Berlin und Sansſonci ꝛc. III. 2