Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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ſagen wollten. Ich weiß auch, daß der Fluch uns zum Segen geworden iſt, und daß unſere Kunſt nur gedeihen konnte, wenn ſie als Märtyrerin ihrer ſelbſt ſich ſtählte und ſtärkte an ihren eigenen Schmerzen, und ſich tränkte mit ihren Thränen und ihrem eigenen Herzblut. Was groß iſt, muß leiden und dulden, und was ſich mächtig und glanzvoll emporringen ſoll aus dem Staub und der Erniedrigung, muß erſt die Weihe des Unglücks und die Taufe der Thränen em⸗ pfangen haben. Aber wozu ſage ich Ihnen das Alles, wozu rede ich zu Ihnen, denen die Gelehrſam⸗ keit das Herz verſteinert und die Frömmigkeit die Bruſt mit Anmaßung und Stolz angefüllt hat? Ich kam hierher, um zur Verſöhnung die Hand zu bieten. Man hatte mir erzählt von dieſen Zwiſtigkeiten und Mißſtimmungen, welche, durch das Theater veranlaßt, zwiſchen den Profeſſoren und den Studenten herrſchten. Ich wollte verſuchen, mit einem Lächeln der Kunſt die Runzeln von der Stirn der Gelehrſamkeit zu ver⸗

ſcheuchen, und bei den Studenten die Liebe zu den

Wiſſenſchaften neu zu entflammen, indem ſie gewahren ſollten, daß die Vertreter der Wiſſenſchaft auch Liebe zu der Kunſt zeigten. Sie, meine Herren, hatten nicht den feinen Tact und den guten Kopf, das zu begreifen, Sie haben die Hand der Verſöhnung von ſich geſtoßen, Sie wollen Krieg! Nun wohl, ſo ſei es denn Krieg. Die Kunſt hat ihre diamantenen Waffen, mit denen ſie ſehr wohl kämpfen kann gegen die gelehrte Dummheit und die unchriſtliche Frömmig⸗ keit. Leben Sie wohl, meine würdigen und gelehrten Herren Profeſſoren, leben Sie wohl, erhabene Hiſtrio⸗ nen der Studirſtube, des Katheders und der Wiſſen⸗ ſchaft, leben Sie wohl!

Er verneigte ſich tief, und ohne die vor Zorn und