Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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Ihnen Ihre beleidigenden Worte und ſage gleich Chriſtus: vergieb ihnen, Herr, denn ſie wiſſen nicht, was ſie thun.

Dieſe heiligen Worte werden indeſſen in dem. Munde eines Comödianten zu einer Blasphemie, ſagte 6 Herr Profeſſor Heinrich feierlich.

Und doch ſage ich ſie noch einmal, rief Eckhof. Vergieb ihnen, Herr, denn ſie wiſſen nicht, was ſie thun. Sie wiſſen nicht, daß ſie ſich ſelber richten, ſich ſelber verdammen, indem ſie mich zu richten, mich zu verdammen ſcheinen. Sie wiſſen nicht, daß ſie über ſich ſelber den Stab brechen, indem ſie ſich er⸗ lauben die Kunſt, welche ebenſo ſchön, ebenſo heilig, ebenſo göttlich iſt, wie Ihre ganze Gottesgelehrtheit und Wiſſenſchaft, die Kunſt, welche Gott auf die Spitze ſeiner Schöpfung als deren ſtrahlendſte und duftigſte Wunderblüthe geſetzt hat, die Kunſt, ſage ich, zu verachten und zu verſpotten. Oder wollen Sie etwa im Ernſt behaupten, daß die dramatiſche Kunſt keine Kunſt, daß der Schauſpieler kein Künſtler ſei? Ich ſage Ihnen, ich bin ein Künſtler, Gott hat meine Stirn gezeichnet mit dem heiligen Zeichen der Künſt⸗ lerſchaft, er hat mich geſegnet zu dem heiligen Unglück ein Künſtler zu ſein. Ja, ich bin ein Künſtler, ich ſage es Ihnen nicht im Uebermuth, ſondern in der Demuth meines Herzens, welches erſchauert vor dieſer großen und heiligen Aufgabe, die Gott auf mein Haupt gelegt.

Gott, was hat Gott zu ſchaffen mit dem Comödian⸗ tenweſen! unterbrach ihn Profeſſor Franke mit einem rauhen Lachen..

Gott iſt überall und aller Orten! Gott iſt in dem ſchmetternden Geſang der Nachtigall und dem Zirpen der Grille, Gott iſt im Antlitz der Menſchen