Ereigniß gefährdet, und das iſt es, was mich traurig und beſorgt macht.
Und das iſt auch das Traurige, ſeufzte Profeſſor Heinrich. Die Studenten haben gar nicht mehr Sinn und Gedanken für etwas Anderes, als für dieſes tri⸗ viale Schauſpiel. Sie vernachläſſigen ihre Studien, ſie verſäumen ihre Collegia, und ſtatt, wie ſich das gebührt, ihr Geld für ihr Studium zu verwenden und die Collegia zu belegen, geben ſie es für Theaterbillets aus und für Blumen und Kränze, mit denen ſie, oh unerhörter Seandal! die Frauenzimmer auf der Bühne bewerfen.
Ich habe in meinem Collegium nur drei zahlende Zuhörer in dieſem Semeſter, ſeufzte Profeſſor Bier⸗ mann.
Ich, welcher ſonſt immer ein überfülltes Audito⸗ rium hatte, habe dies Mal kaum ſo viel Zuhörer, um mit Anſtand leſen zu können, ſagte Profeſſor Franke, und von dieſen Zuhörern hat kein Einziger gezahlt, ſondern es iſt Allen das Honorar geſtundet.
Aber das geht nicht, das kann nicht gehen! wim⸗ merten alle Drei. Was ſoll aus der Wiſſenſchaft werden, wenn ein ſolcher Unfug einreißt, und die Profeſſoren entweder vor leeren Bänken oder nur vor zahlungsunfähigen Schüler leſen müſſen.
Ich hatte ein Privatiſſimum angekündigt über die Myſterienſpiele des Mittelalters, ſagte Profeſſor Bier⸗ mann. Bei dieſer allgemeinen Begeiſterung für das
Theater hoffte ich damit etwas zu machen und die Stndenten anzuziehen. Umſonſt, kein Einziger hat be⸗
legt, ſie tragen ihr Geld Abends zur Theaterkaſſe, ſtatt
Morgens auf die Univerſitäts⸗Quäſtur. Sie— Eben öffnete ſich die Thür und die eintretende
Magd meldelte, daß unten ein Herr ſtehe, welcher ſich


