zu drohen, wenn ſie nicht zu Jedermann, er ſei wer er ſei, gleichviel welchem Stande er angehöre, ſich hin⸗ begeben, ſobald er ihren Zuſpruch verlange und ihren Beiſtand vonnöthen habe. Ja, der König hat ſogar befohlen, daß die Comödianten, als ſeien ſie ehrliche Menſchen, auf den Ghriſtlichen Kirchhöfen begraben werden dürfen.*)
Das iſt unerhört, ſeufzte Profeſſor Franke.
Das iſt eine Gottesläſterung! ſtöhnte Profeſſor Biermann. Eine Gottesläſterung, für welche der Herr der Heerſchaaren den König eines Tages ſtrafen und zur Rechenſchaft ziehen wird.
Vergeſſen wir indeß nicht, daß wir von unſerm angeſtammten Herrn und König ſprechen, ſagte Pro⸗ feſſor Franke ängſtlich.
Vergißt er denn nicht, daß ſelbſt ein König den Dienern Gottes Ehrfurcht ſchuldig iſt? fragte Bier⸗ mann. Verfolgt er nicht ganz ſyſtematiſch die heilige Kirche und uns ihre frommen und untadelhaften Diener?
Ja, ja, es iſt ſeine Abſicht, uns Alle zu vernichten, ſtöhnte Heinrich. Es iſt ſeine Abſicht, die Kirche zu zertrümmern, und aus den Trümmern derſelben ſich unheilige Tempel der Freude und heidniſche Gottes⸗ häuſer aufzurichten. Schaut nur um Euch und Ihr werdet ſehen, wie er aller Orten das wahre Chriſten⸗ thum und die frommen Prieſter des Herrn verfolgt, ſchaut um Euch und ſeht, wie er mit all ſeinen neuen Geſetzen der guten alten Zeit, der Zucht und Ord⸗ nung, der Ehrbarkeit und Frömmigkeit Hohn ſpricht, und es ganz und gar darauf angelegt hat, der ganzen Welt zu zeigen, daß er die Kirche und deren Prieſter
*) Preuß, Friedr. d. Gr. Th. III. S. 368.
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