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ſtorial⸗Rath Dr. Büſching. S. 55.
Abgeſchlagen, ja! Der König läßt uns durch das General⸗Directorium zu wiſſen thun, daß die Bitte des Senats der Univerſität Halle, es möchten die Schau⸗ ſpieler aus unſerem Muſenſitz entfernt werden, nicht berückſichtigt werden könne, daß man vielmehr, um in dieſer Sache weiter zu entſcheiden, erſt abwarten müſſe, ob dieſes Comödiantenvolk hier in Halle wirklich zu Unordnungen Veranlaſſung gebe, und daß nur erſt, wenn wirklich ein derartiger Fall vorliege, wir uns wieder mit einer Beſchwerde an das geiſtliche Depar⸗ tement wenden dürften.*)
Das iſt eine unerhörte Ungerechtigkeit, rief der Profeſſor Biermann.
Ein neues Zeichen von der Gottloſigkeit und Frei⸗ geiſterei des Königs, ſeufzte Profeſſor Heinrich. Wahr⸗ lich, dieſer König hat es darauf abgeſehen, die heilige Kirche zu ſtürzen und die frommen Diener des Herrn zu Märtyrern ihres Glaubens zu machen. Haben doch ſogar dieſe drei frommen Geiſtlichen, welche in⸗Königs⸗ berg gegen die Comödie predigten, vom König eigen⸗ händig einen derben Verweis bekommen, ebenſo die frommen und pflichtgetreuen Seelſorger dort, welche in ächtchriſtlicher Entrüſtung über ſolch gottloſes Ge⸗ werbe einem Schauſpieler auf ſeinem Sterbebett das Abendmahl verſagten. Mein Bruder iſt einer von dieſen vier Geiſtlichen, und er hat mir geſtern in
einem Briefe ausführlichen Bericht über dieſe Sache
gegeben. Der König hat den vier frommen Dienern Gottes durch das General⸗Directorium eine höchſt un⸗ ziemliche und unehrerbietige Antwort ertheilt, er iſt ſogar ſoweit gegangen, ihnen mit ſofortiger Abſetzung
*») Charakter Friedrich's des Zweiten. Von dem Ober⸗Conſi⸗
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