Seufzend und mit einem vielſagenden Kopfſchütteln reichte Franke den beiden Herren ſeine Hand dar.
Ich danke Ihnen, würdige Freunde und Amtsge⸗ noſſen, daß Sie meiner Einladung Folge geleiſtet und die Güte gehabt haben, zu mir zu kommen, ſagte Franke feierlich. Es iſt eine ſchlimme und traurige Zeit, in der die Gerechten und Frommen einig und treulich zu einander halten müſſen, um der Sünde und dem Uebermuth der üppigen Weltkinder wider⸗ ſtehen zu können. Oh, Freunde, wie verderbt iſt un⸗ ſere Zeit, und wie wenig verdienen die Menſchen im Grunde, daß wir uns ihrer erbarmen und ſie zu er⸗ löſen trachten von der Sünde. Aber Gott hat uns zu dieſer Aufgabe berufen, und ſo müſſen wir als ge⸗ treue Knechte die Befehle unſers Herrn erfüllen. Die Antwort des General⸗Directoriums auf unſere Supplik iſt heute bei mir, als dem zeitigen Rector unſerer Uni⸗ verſität, eingetroffen.
Ah, endlich alſo, rief Herr Profeſſor Biermann. Endlich ſtehen wir am Ziele, und dieſes Aergerniß, das uns ſeit Wochen heimſucht, wird aufhören.
Und der Teufel wird heulend entweichen müſſen vor dem heiligen Kreuze, das wir ihm entgegenhalten wollen! rief Herr Profeſſor Heinrich mit näſeln⸗ dem Ton..
Profeſſor Franke ſeufzte tief. Meine würdigen Freunde, ſagte er, nicht immer lohnt der Beifall der Könige das gerechte Wollen der würdigen Diener des Herrn. Der König Friedrich der Zweite, an welchen
das General⸗Directorium Bericht über unſere Ein⸗ gabe geſandt hatte, der König hat unſer Geſuch abge⸗ ſchlagen.
Abgeſchlagen! riefen die beiden Profeſſoren mit dem Ausdruck ſtaunenden Entſetzens. 3


