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lichen Stunden des Glückes, des ſeligen Zwiegeſprächs wieder erneuern.
Aber Amalie hatte ſich getäuſcht, einige Tage ver⸗ gingen und er kehrte nicht wieder, und Amalie wußte nichts weiter von ihm, als daß er in Potsdam im Arreſt ſei. Acht Tage entſchwanden und Trenck kehrte noch immer nicht zurück, Trenck war noch immer Ar⸗ reſtant. Dieſe harte Strafe um eines geringen Ver⸗ ſehens willen begann indeß ſchon Aufſehen zu machen bei den Kameraden Trencks, die Officiere, welche nicht zu murren wagten mit Worten, zeigten gleich⸗ wohl ein mißvergnügtes Geſicht und eine umwölkte Stirn.
DOberſt Jaſchinsky, ſagte der König am neunten Morgen, begebe Er ſich zu dem Arreſtanten Trenck und ertheile Er ihm den guten Rath, mich um Verzeihung bitten zu laſſen. Sage Er ihm, wenn er das thäte, glaube Er wohl, daß ich ihm verzeihen und ihn aus dem Arreſt entlaſſen würde. Aber Er ſoll ihm das nicht officiell ſagen, ſondern freundſchaftlich, als ob es ein Rath ſei, den Er ihm aus Freundſchaft ertheilt. Dann merke Er ſich genau, was Trenck Ihm antwor⸗ tet, und rapportire Er mir das, der ſtrengſten Wahr⸗ heit gemäß.
Nach einer Stunde kehrte der Oberſt mit einem vergnügten Lächeln zurück.
Nun, wird er bitten? fragte der König. 3
Nein, Majeſtät. Er ſagt, er ſei für ein kleines
Vergehen ſchon zu hart geſtraft, er würde ſich nicht ſo weit erniedrigen, um das Aufhören einer Ungerechtig⸗ keit zu bitten. 1 1
So wird er noch länger im Arreſt bleiben, ſagte der König, indem er Jaſchinsky verabſchiedete. Dann, als er allein war, ging der König noch lange auf und


