dieſen armen jungen Officier, welcher bleich und ſprach⸗ los ſeinen Degen an ſeinen boshaft lächelnden Ober⸗ ſten abgab, und einen unausſprechlichen Weheblick hinüberwerfend nach dem königlichen Schloſſe, den beiden Unterofficieren folgte, welche ihn in den Arreſt nach Potsdam abzuführen hatten.
An dieſem Nachmittag wartete das Fräulein von der Marwitz vergeblich auf das Erſcheinen ihres „heimlichen Verlobten“, an dieſem Tage weinte Prin⸗ zeſſin Amalie ihre erſten Thränen, und zum erſten Male ging ſie mit traurigem Antlitz und trüben Blik⸗ ken an der Seite der Königin Mutter in den von Glanz und Pracht ſtrahlenden Tanzſaal. Der Glanz dieſer Lichter, das Rauſchen der Muſik, das Lächeln und Plaudern dieſer geputzten, fröhlichen Leute, das Alles that ihren Blicken, wie ihrem Herzen unaus⸗ ſprechlich weh. Sie hätte mit einem lauten Auſſchrei dieſer geräuſchvollen, leuchtenden Herrlichkeit entfliehen, ſie hätte ſich flüchten mögen in die dunkle, lautloſe Einſamkeit ihres Zimmers, um zu weinen, um zu beten, um ihre Angſt und Qual austoben zu laſſen. IJrielleicht las der König etwas von dieſer ſchmerz⸗ vollen traurigen Stimmung in dem Antlitz der Prin⸗ zeſſin. Er näherte ſich ihr, als ſie kaum den Ball⸗ ſaal betreten hatte und indem er ihr freundlich lächelnd die Hand reichte, zog er ſie ein wenig von der Kö⸗ nigin fort.
Meine Schweſter, ſagte der König leiſe, jedoch mit einem Ton, welcher das Herz der Prinzeſſin erbeben machte, meine Schweſter, verbannen Sie die Wolken von Ihrer Stirn und rufen Sie ein Lächeln auf Ihre friſchen Lippen. Einer Prinzeſſin geziemt es nicht, traurig zu ſein, wenn ſie bei einem Feſt erſcheint. Beſonders heute wäre Ihre Traurigkeit eine Unziem⸗


