— 207—
ſaal, wo ſein militairiſches Gefolge ihn erwartete, um den König auf die Wachtparade zu begleiten.
Der König begrüßte ſie Alle mit einem ſtummen Neigen des Kopfes, und haſtig an ihnen vorüberge⸗ hend durchſchritt er die Gemächer, ſtieg er die Trep⸗ pen hinunter.
Der König iſt heute ſehr ungnädig, flüſterten die Officiere untereinander, als ſie den König mit ſeinen Generälen und Adjutanten auf dem Schloßplatz er⸗ ſcheinen ſahen. Wehe demjenigen, welchen ſein Zorn heute trifft!
In der That, es ſtand eine Wetterwolke auf der Stirn des Königs, die Blitze in ſeinen Augen waren bereit, denjenigen zu zerſchmettern, welcher es wagen würde, ihnen zu begegnen.
Das Regiment ſtand in Parade aufmarſchirt, der König ging die Fronte hinunter. Plötzlich blieb er ſtehen, ſein Antlitz war drohend, ſeine Stirn war dicht bewölkt. Der Blitz in ſeinem Auge hatte einen Ge⸗ genſtand gefunden, den er zerſchmettern konnte.
Lieutenant von Trenck, ſagte der König mit lauter, drohender Stimme, Er tritt ſo eben erſt an. Er hat ſich alſo wieder verſpätet. Ich verlange von meinen Officieren, daß ſie pünctlich ſind im Dienſt. Mehr als einmal ſchon habe ich Ihm Nachſicht bewieſen und Er iſt incurable geweſen. Beütende ich es mit der Strenge verſuchen. Herr Oberſt von Jaſchinsky, der Lieutenant von Trenck iſt Arreſtant bis auf Weiteres. Nehme Er ihm den Degen ab und laſſe Er ihn nach Potsdam transportiren.
Deer König ging weiter. Das Gewitter hatte ſich entladen, die Wolke war von ſeiner Stirn gewichen; freundlich und lächelnd unterhielt er ſich mit ſeinen Generälen. Nicht einen Blick warf er rückwärts, auf


