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breitet und wenn man in der Welt davon ſpricht. Darnach richte Er ſich, und darnach treffe Er Seine Vorkehrungen. Ich wiederhole Ihm, ich mache Ihn verantwortlich! Und nun gehe Er und ſchicke Er mir meinen Adijutanten, es iſt die höchſte Zeit zur Parade.—
Abgeblitzt, vollſtändig abgeblitzt, ſagte Herr von Pöllnitz zu ſich ſelber, als er mit einer zierlichen Ver⸗ beugung und mit lächelndem Munde ſich vom König beurlaubte. Ich hoffte wenigſtens auf eine Beloh⸗ nung, und wär's auch nur die, zu ſehen, daß er ſich ärgerte. Aber dieſer Mann iſt unverwundbar, alle meine Pfeile prallen an ihm ab!
Hätte er indeſſen ſehen können, welch ein Aus⸗ druck des Kummers und der Sorge das Antlitz des Königs beſchattete, als er jetzt wieder allein war, hätte er hören können, wie der König ſeufzte und einzelne Worte der Traner und der Entmuthigung ausſtieß, ſo würde das ſchadenfrohe Herz des Ober⸗Ceremonien⸗ meiſters ſich befriedigt gefühlt haben.
Aber Friedrich geſtattete ſich dieſen Ausbruch ſchmerz⸗ licher Verzagtheit nur kurze Zeit, er legte wieder den Purpurmantel des Königs über die ſchmerzlich zuckende Bruſt des Menſchen, er nahm den Trauerflor wieder von ſeinen Augen und bewaffnete ſie mit den Zorne⸗ blitzen der Majeſtät.
Dieſes Rendezvous ſoll nicht ſtattfinden! Dieſe romanhafte Aventure muß jetzt zu Ende ſein! Ich will es! ſagte der König ganz laut und mit ſolcher Entſchiedenheit, welche nur Diejenigen kennen, deren Wille Geſetze giebt, und deren Worte entſcheidend ſind. Er nahm ſeinen Hut und begab ſich in den Vor⸗


