Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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Abſicht! Er hatte alſo doch eine Abſicht?

Ja, Sire, aber jetzt, da ich Euerer Majeſtät gegen⸗ überſtehe, fühle ich doch, daß es mir an Muth gebricht, das zu ſagen, was ich zu ſagen habe.

Nun wahrlich, rief der König lachend, das muß eine ſehr gefährliche Angelegenheit ſein, für welche Pöllnitz keine Worte finden kann.

Sire, es iſt in der That eine eigene Sache um die Worte, welche geſprochen werden. Einmal haben mich einige Worte vom Tode gerettet, es kann ſein, daß mich heute einige Worte bei Euerer Majeſtät in Un⸗ gnade bringen, und das wäre noch ſchlimmer als der Tod.

Was waren das für Worte, welche Ihn vom Tode gerettet haben?

Sire, es waren dieſe: Va t'en, noble guerrier.

Das war alſo in Frankreich?

In Paris, Sire. Ich zu Mittag in einem kleinen Hotel des Dorfes Etampes bei Paris. Neben mir ſaß ein ſehr eleganter Cavalier, welcher ſich mit mir angelegentlich unterhielt und es verſtand, mich auf eine feine Weiſe ein wenig von meinen Lebensverhält⸗ niſſen abzufragen. Ich war damals noch ein junger unerfahrener Menſch und der Herr war ſehr ſchlau im Fragen. Es war in der Zeit der Miſſiſippi⸗Specu⸗ lationen des großen Financier Law, und ich hatte an jenem Mittag mir in der Rue Quinquempois eine Summe von viermalhunderttauſend Franes verdient, die ich bei mir trug, nnd mit welcher ich noch den Nachmittag nach Verſailles reiten wollte. Ich war in⸗ deß nicht ganz ohne Beſorgniß, denn die Straßen wa⸗ ren ſehr unſicher, da Cartouche mit ſeiner ganzen

Bande ſeit einiger Zeit die Umgebungen der Haupt⸗ ſtadt zum Theater ſeiner Heldenthaten gemacht hatte.