Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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Silberſervice von dem Geheim⸗Kämmerer Fredersdorf auftiſchen. Freilich war es eine etwas harte Speiſe, welche mir wie ein Stein im Magen liegt, aber ich mache es wie die Soldaten, welche Spießruthen ge⸗ laufen ſind, ich komme mich zu bedanken, Sire.

Er iſt ein ausgemachter Narr. Aber höre Er, halte Er reinen Mund. Ich wollte Ihm einmal gründlich beweiſen, daß ich kein Geld habe, um Seiner ewigen Plackereien und Bittſtellereien loszuwerden, des⸗ halb ließ ich Ihn heute Nacht ſehen, wie das Silber⸗ zeug meiner Rüſtkammer in die Münze geſchleppt wird, um gute Thaler daraus zu prägen. Er wird ſich nun hoffentlich beruhigen und kein Geld mehr von mir fordern. Wenn man Geld haben will, muß man nicht zu den Königen gehen, ſondern zu den Juden. Die Könige ſind arme Leute, die ärmſten Beamten ihres Staates, denn ſie haben gar kein perſönliches Vermö⸗ gen; Alles, was ſie haben, gehört dem Volk. Ludwig der Funfzehnte und ich, das ſind die beiden ärmſten Männer Europa's, denn wir haben gar kein Eigen⸗ thum. ³)

Ah, wäre doch die ganze Welt hier, dieſe erhabe⸗ nen und hochherzigen Worte meines Königs zu hören, rief Pöllnitz mit gut gekünſteltem Enthuſiamus. Selig zu preiſen iſt ein Volk, welches einen ſolchen Herrſcher hat.

Der König warf ihm einen ſeiner durchdringenden Adlerblicke zu. Er ſchmeichelt mir, Er will alſo ſchon wieder etwas von mir, ſagte er.

Nein, Majeſtät, ich ſchwöre, daß ich dies Mal in reinſter Abſicht gekommen bin.

*) Des Königs eigene Worte.