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Ihre phantaſtiſchen Rendezvous. Heute, nicht wahr, findet wieder eines ſtatt?
Nein, nicht heute, aber morgen!
Morgen iſt ja Hofball bei der regierenden Kö⸗ nigin.
Und gerade vor dem Beginn deſſelben werde ich bei der Prinzeſſin ſein. Oh, Freund, morgen Nach⸗ mittag um fünf Uhr gedenken Sie meiner. Ich werde dann der glücklichſte und beneidenswertheſte der Sterb⸗ lichen ſein, denn ich werde bei meiner Geliebten ſein!—
Ach, ach, wie ſeltſam doch das Leben iſt, und wie wenig ſich die Wege der Menſchen gleichen! ſeufzte Pöllnitz. Während Sie morgen zu Ihrer erhabenen Geliebten gehen, werde ich um dieſelbe Stunde einen ſehr unheiligen, dornenvollen, fluchbeladenen Weg ein⸗ ſchlagen müſſen, denn ich werde zu einem Wucherer gehen. 1
Zu einem Wucherer! Das iſt allerdings ein trau⸗ riges Unternehmen für einen Cavalier, wie es Herr von Pöllnitz iſt.
Aber immer noch beſſer, als in's Schuldgefängniß zu wandern, denn nur zwiſchen dem Schuldgefängniß und dem Wucherer bleibt mir die Wahl, es müßte denn ſein, daß Sie, mein theurer Freund, ſich meiner erbarmen und mir hundert Louisd'or leihen könnten?
Friedrich von Trenck antwortete nicht. Er ging ſchweigend zu ſeinem Secretair und ſchloß ihn auf. Die Augen des Baron von Pöllnitz blitzten vor Freude, als er ſah, daß Trenck dieſe Chatoulle an der Stelle aufzog, von welcher Pöllnitz aus einiger Erfahrung wußte, daß Trenck dort ſein Geld aufzubewahren pflege. Aber dieſe Freude war nur von kurzer Dauer.
Nicht, wie Pöllnitz erwartet hatte, nahm Trenck eine


