Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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Geldrolle hervor, ſondern nur einen kleinen, beſchrie⸗ benen und unterſiegelten Zettel, den er Pöllnitz dar⸗ reichte.

Sehen Sie da dieſe Schuldverſchreibung, ſagte er. Wären Sie geſtern gekommen, würde ich mit Freu⸗ den bereit geweſen ſein zu dieſer Gefälligkeit. Heute iſt es mir unmöglich, denn wie Sie ſehen, habe ich heute meinem Oberſten, dem Baron von Jaſchinsky, zweihundert Stück Ducaten geliehen), und nun iſt meine Börſe ganz erſchöpft.

Sie werden ſie bald wieder zu füllen wiſſen, ſagte Pöllnitz mit einem lauten Lachen, und ich denke, mor⸗ gen um fünf Uhr bei Ihrem Rendezvous werden Sie nicht bloß von Liebe und Gott und dem Sternen⸗ himmel ſchwärmen, ſondern auch ein wenig von irdi⸗ ſchen Dingen, von Geld und Gold zu reden haben! Leben Sie wohl!

Mit einem heitern Lachen nahm Herr von Pöllnitz Abſchied, als er ſich aber allein und auf der Straße befand, verfinſterte ſich ſein Geſicht und nahm einen düſtern, gehäſſigen Ausdruck an.

Er hat kein Geld für mich, ich aber habe ſein Geheimniß, und ich werde dieſem wenigſtens einiges Geld zu erpreſſen ſuchen, murmelte Herr von Pöllnitz zwiſchen ſeinen zuſammengepreßten Zähnen hervor. Wahrhaftig, das Geheimniß Friedrich von Trencks iſt wohl einige tauſend Thaler werth und der König wird ſchon Mittel finden, ſie mir auszuzahlen. Aber halt, die Stunde meines Rendezvous naht heran. Ich bin doch ſehr begierig, wie man mich mitten auf der

Straße überzengen will, daß der König kein Geld

*) Friedrich von Trenck's Lebensgeſchichte. Band I. pag. 61.