Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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geben müſſen, dies nie verlangen zu wollen und ich werde Wort halten. Und was wollen Sie, die gute Marwitz ſtört uns nicht, ſie ſetzt ſich immer ſo ent⸗ fernt von uns als möglich, ſie giebt ſich den An⸗ ſchein, uns gar nicht zu ſehen, und wir ſprechen Beide ſo leiſe, daß ſie uns nicht verſtehen kann.

Ah, die Marwitz ſtört Sie nicht! rief Pöllnitz mit einem eyniſchen Lachen. O sancta simplicitas, ſie ſtört ihn nicht! Und das iſt ein Officier von der Leibgarde! Die Welt geht entweder zu Grunde oder ſie wird unſchuldig und rein, wie das Paradies. Es iſt Zeit, daß ich ſterbe, denn ich verſtehe die Welt nicht mehr.

Und ich verſtehe Sie nicht, oder ich will ſie nicht verſtehen, ſagte Trenck ernſt. Sie lachen über mich und nennen mich einen thörichten Knaben, immerhin, ich erlaube es Ihnen, denn ich weiß wohl, daß wir Beide uns in dieſer Sache nie verſtehen können. Sie werden niemals begreifen, welche Kraft, welche Ent⸗ ſagung, welche Leidenſchaft und Energie erforderlich iſt, um ſich ſelber einer ſo reinen, keuſchen und erha⸗ benen Liebe würdig zu zeigen, wie ſie mir Amalie geweiht hat, Sie werden niemals begreifen, wie oft in mir der böſe Trieb mit dem edlen Willen kämpft und ringt, wie oft ich mit Thränen der Wuth und des Schmerzes zugleich zu Gott bete, um nicht dem Teufel zu verfallen. Aber ich habe mir geſchworen, ißſe Liebe rein und fleckenlos als ein leuchtendes Ban⸗

r meinem ganzen Leben voranzutragen, ich werde meinen Schwur erfüllen und müßte ich daran ſter⸗ ben! Sprechen wir nicht weiter davon. Jetzt aber, mein Freund, jetzt ſagen Sie mir, wozu alle dieſe Auseinanderſetzungen, dieſe Erörterungen führen ſollen und was Sie mit denſelben bezweckten?