Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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ſie ſchwören, das Geheimniß treu und unverbrüchlich zu bewahren, und dann verabredete man mit ihr einen Plan, der wirklich ziemlich ſchlau genannt werden darf. Der Herr Lieutenant von Trenck mußte für den Cour⸗ macher des Fräulein von der Marwitz gelten, er mußte bei den Hofgeſellſchaften ſich als den zärtlichen, ſeufzen⸗ den und ſchmachtenden Liebhaber der Hofdame geriren, er mußte endlich die Courmacherei in eine ernſthafte Bewerbung umwandeln und dadurch die Erlaubniß erlangen, dem Fräulein von der Marwitz in ihren Zimmern aufwarten zu dürfen. Das thut er jetzt ſehr häufig, und die gute Stadt Berlin und der ganze närriſche, kurzſichtige Hof läßt ſich davon bethören und nennt Friedrich von Trenck den glücklichen Bräutigam des Fräulein von der Marwitz, und Niemand ahnt, daß, wenn Trenck bei der Hofdame iſt, allemal auch die Prinzeſſin Amalie ſich dort befindet und mit Fräu⸗ lein von der Marwitz die Rollen wechſelt.— Nun, haben Sie den Muth, das Alles abzuleugnen, mein junger, vielgeliebter Freund?

Ich ſehe wohl, daß es vergeblich wäre, ſagte Treuck ſeufzend. Sie wiſſen Alles. Aber wenn Sie wirklich einige Freundſchaft für mich empfinden, werden Sie mir ſagen, wer uns an Sie verrathen hat!

Pöllnitz lachte laut auf. Sie ſelbſt haben das ge⸗ than, mein Freund, oder, wenn Sie das lieber wol⸗ len, meine Weltklugheit und Schlauheit hat es gethan. Mein junger, unſchuldiger Freund, einen Mann wie Pöllnitz täuſcht man nicht ſo leicht, deſſen Augen ſind ſcharf genug, um dieſe Schleier einer allerliebſten klei⸗ nen Intrigue zu durchſchauen und auf den Grund zu ſehen. Ich kannte Prinzeſſin Amalie, ich kannte Sie hinlänglich, um zu wiſſen, daß Sie Ihrer Liebe nicht ſo ſchnell und ohne allen Kampf entſagen würden,

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