Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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gärtner, und dieſer dem Haushofmeiſter der Königin Mutter mitgetheilt. Man beſchloß, den Baleon zur Nachtzeit genau zu bewachen; die tugendhafte und arg⸗ wöhniſche Königin vermuthete, daß die Hofdame Fräu⸗ lein von der Marwitz den Balcon zu einem Rendez⸗ vons benutze, und war ſchon feſt entſchloſſen, die Dame ſofort, wenn ſie Beweiſe habe, zu entlaſſen. Zum Glück theilte ſie ihren Verdacht der Prinzeſſin Amalie mit, und Sie begreifen, daß der Balcon nun in jeder Nacht verödet und einſam blieb.

Ich begreife das!

Sie begreifen ferner, daß man dies Ereigniß als einen Wink des Schickſals betrachtete und ſich ſorg⸗ ſamer vor Entdeckung hüten wollte. Man ſtellte da⸗ her nicht blos die Balconfahrten ein, ſondern man be⸗ ſchloß auch, den Vertrauten und Freund, der bis da⸗ hin die Liebesbriefe hin⸗ und hergetragen, und die Rendezvous vermittelt hatte, außer Thätigkeit zu ſetzen und dieſen läſtigen Mitwiſſer zu entfernen.

Man ging noch weiter, unterbrach ihn Friedrich von Trenck mit tiefem Ernſt. Man war allerdings durch dieſen Wink des Schickſals gewarnt, und das Gefährliche eines Verhältniſſes einſehend, welches nie⸗ mals vom Glück gekrönt werden, niemals anders als unter dem Schatten der Verſchwiegenheit exiſtiren

onnte, beſchloß man, obwohl mit blutendem Herzen und mit Thränen in den Augen, zu entſagen und ſein

Glück aufzugeben, um nicht eines Tages vielleicht die Ehre und die Freiheit aufgeben zu müſſen. Man trennte ſich alſo für immer und ſagte ſich ein ewiges Lebewohl!

Das heißt, man wollte das den Vertrauten und Vermittler glauben machen, um ſich ſicher zu ſtellen, um eines Tages vielleicht einen Zeugen zu haben,