Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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anderswo zu bekommen. Ich will alſo noch einen letzten Verſuch machen. Gehen wir zu Trenck.

Und der würdige Reichsbaron machte ſeine Toilette und begab ſich in die Wohnung des Lieutenant von Trenck. Der junga Ofſicier hatte ſeit einigen Wochen eine ſehr glänzende Wohnung bezogen, er hatte ſeinen Empfangsſaal, in welchem ſich die koſtbarſten Meubles und einige ſeltene Kunſtwerke befanden, er hatte ſein Vorzimmer, in dem zwei reichgallonirte Diener ſeiner Befehle harrten, und ſeinen Pferdeſtall, wo zwei Reit⸗ knechte für dieſe vier herrlichen Pferde von ächt arabi⸗ ſcher Race zu ſorgen hatten.

Woher kam dem Herrn von Trenck dieſer unge⸗ wöhnliche Reichthum? Woher nahm er die Mittel, um dieſen, für einen jungen Officier wenigſtens ſehr auffallenden Luxus zu treiben? Niemand wußte das. Es war eine offene Frage, welche die Kameraden des jungen Officiers außerordentlich beſchäftigte und ihnen vielerlei zu denken gab. Doch begnügten ſie ſich nicht immer mit dem Denken, ſondern faßten auch zuweilen ihre Gedanken in Worte, einige davon waren auch zu Trencks Ohren gelangt, und ſie mußten demſelben ſehr beleidigend erſchienen ſein, denn er hatte Demjenigen, welcher ſie geſprochen, darauf im Duell mit einem Säbelhieb geantwortet, welcher ſeinem zerfetzten Mund für lange Zeit das Sprechen unmöglich machte.*)—

Pöllnitz ward von Friedrich von Trenck, welcher eben dabei war, ſein Diner, und diesmal ausnahms⸗ weiſe allein, einzunehmen, auf das Herzlichſte empfan⸗ gen und nahm bereitwillig an der Tafel Platz.

Ich komme eigentlich nicht, um mit Ihnen zu

eſſen, ſondern um mich über Sie zu beklagen, ſagte

*) Friedrich von Trenck's Lebensgeſchichte. Bd. I. pag. 42. Mühlbach, Berlin und Sansſouci ꝛc. II. 12